Rufe nach Geduld in Corona-Krise

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Berlin- Im Kampf gegen die Corona-Krise haben sich führende Politiker von SPD, Grünen und Union der Mahnung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Geduld über die Osterfeiertage angeschlossen. Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Mittwoch nach Ostern die Pandemie-Lage bewerten und am 19. April über mögliche Lockerungen der seit vier Wochen andauernden Beschränkungen entscheiden.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen sind in Deutschland inzwischen 113 525 Infektionen erfasst, 2373 Todesfälle bei an Covid-19 erkrankten Menschen wurden registriert. Die Dunkelziffer nicht erfasster Fälle liegt nach Expertenschätzungen auch in Deutschland weitaus höher. RKI-Chef Lothar Wieler hält die ergriffenen Maßnahmen für wirksam, sieht aber noch keinen Grund zur Entwarnung.

Merkel hatte gesagt, die Zahlen zur Ausbreitung des Virus gäben "Anlass zu vorsichtiger Hoffnung", es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig, die Vorgaben weiter zu verschärfen. Beim Lockern der strengen Regeln für Menschen und Wirtschaft müsse man aber in kleinen Schritten vorgehen und die Folgen beobachten. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte das Osterfest eine "Weggabelung", die entscheide, ob Regeln gelockert werden könnten.

Die Bundesregierung sieht angesichts der Corona-Krise Bedarf an Milliarden von Schutzmasken. Für Deutschland bestehe über alle Varianten von einfachen Alltagsmasken bis zu Spezialmasken für medizinisches Personal ein Bedarf von mehreren Milliarden Stück innerhalb von Monaten, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Die Zahl der Betriebe, die in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet haben, ist unterdessen auf 650 000 gestiegen. Das gab die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekannt. Dies bedeute eine Steigerung um rund 40 Prozent gegenüber dem jüngsten Vergleichswert.

Die Debatte um eine Öffnung der Schulen geht derweil in eine neue Runde. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte: "Ich bin mir sicher, dass es nach den Osterferien keinen Unterrichtsvollstart an den Schulen geben wird." Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hält eine schrittweise Wiederöffnung für sinnvoll. Ein Experte der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sagte, in den nächsten Wochen könnten voraussichtlich die ersten Schüler wieder den Unterricht besuchen. Die Öffnung solle sich zunächst auf die Älteren beschränken, weil man ihnen zutraue, vernünftig mit Schutzmasken umzugehen und Abstand zu halten. dpa

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