Eine Apothekenangestellte in Straubing zeigt einer Kundin eine Schutzmaske. Straubing gehört zu den Corona-Hotspots im Freistaat. Deswegen soll für die Menschen in der Stadt schon in dieser Woche eine Maskenpflicht kommen. FOTO: DPA
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Eine Apothekenangestellte in Straubing zeigt einer Kundin eine Schutzmaske. Straubing gehört zu den Corona-Hotspots im Freistaat. Deswegen soll für die Menschen in der Stadt schon in dieser Woche eine Maskenpflicht kommen. FOTO: DPA

Wie man es richtig macht

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Ob beim Einkaufen, im Bus, in der U-Bahn oder beim Spazierengehen: Immer mehr Menschen in Deutschland tragen einen Mundschutz. Wissenswertes zum Umgang mit dem kleinen Stück Stoff.

In der Corona-Krise haben sich einige Kommunen und Länder für eine Maskenpflicht an verschiedenen öffentlichen Orten entschieden. Dem Rest der Republik wird das Tragen auch von selbst gemachten Masken oder anderen Behelfsstoffen "dringend empfohlen". Was der selbst gemachte Mundschutz verspricht und wie er richtig getragen wird.

?Wie ziehe ich die Maske richtig an und aus?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät, sich vor dem Anziehen die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Erreger, die man eventuell an den Händen trägt, können so nicht die Innenseite der Maske kontaminieren. Auch nach dem Ausziehen der Maske ist es ratsam, sich die Hände zu waschen, "selbst wenn die Chance, tatsächlich Virus an Maske oder Händen zu haben, angesichts der Zahl der Infizierten derzeit relativ gering ist", sagt Sebastian Lemmen, Infektiologe an der Uni-Klinik Aachen.

?Wie trage ich die Maske richtig?

Die Maske sollte Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen kann. Das BfArM rät, die Maske abzusetzen oder auszutauschen, wenn der Stoff durchfeuchtet ist.

?Wie oft kann ich die Maske tragen?

Der selbst gemachte Schutz kann beliebig oft getragen werden, sagt Bernd Salzberger, Infektiologe am Universitätsklinikum Regensburg. Auch Lemmen sagt, die Maske regelmäßig zu wechseln, habe mehr ästhetische als gesundheitliche Gründe. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte rät allerdings, die Maske nach einmaligem Tragen zu reinigen.

?Wie mache ich die Maske richtig sauber?

Die Masken können in die Waschmaschine gesteckt werden. Laut Lemmen reichen bereits 30 Grad und Waschmittel aus, um das Virus zu töten. Alternativ kann man die Maske auch mit einem heißen Bügeleisen bügeln oder in den warmen Ofen legen, wenn das Material das verträgt.

?Welcher Stoff eignet sich für eine Maske?

Die Maske soll dazu dienen, Tröpfchen abzufangen, die wir beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen ausstoßen. Grundsätzlich gilt: Je dichter der Stoff, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Tröpfchen hindurchgelangen. Allerdings sollte man unter der Maske noch gut atmen können.

?Wo gilt die Maskenpflicht in Deutschland?

Sachsen hat als erstes Bundesland eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen eingeführt. In Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gilt die Pflicht demnächst. Einzelne Städte wie Jena, Münster oder Tübingen planen eine Maskenpflicht oder haben sie bereits umgesetzt. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat schon am ersten Tag der neuen Pflicht ein Umdenken bemerkt. "Mindestens 80 Prozent" der Fahrgäste in der Straßenbahn hätten sich an die Vorgabe gehalten. Hilbert sieht Dresden in einer Vorreiterrolle und verweist auch auf Erfahrungen aus Südkorea. Dort kennt sich der OB gut aus, seine Frau ist Koreanerin. "Wenn wir Schritt für Schritt in ein freiheitliches Leben zurückkehren wollen, werden wir uns an einige Hygieneregeln wie den Mund-Nase-Schutz gewöhnen müssen - bis es einen Impfstoff gibt." Das muss nicht unbedingt ein medizinischer Mundschutz sein, auch selbst genähte Masken sowie Tücher und Schals reichten aus, hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verkündet.

Auch nach Einschätzung von Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hält sich ein Großteil an die Mundschutzpflicht. "Es lief sehr positiv an." Bußgelder für Verstöße sind bisher nicht vorgesehen. "Wir möchten auf die Vernunft der Bevölkerung setzen", betont Köpping. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) pocht in der Debatte über Verschärfungen und Lockerungen in der Corona-Krise auf ein einheitliches Vorgehen der 16 Länder. "Unser konsequentes und entschlossenes Handeln hat bisher das Schlimmste verhindert. Deshalb kann ich nur davor warnen, unser gemeinsames Vorgehen zu verwässern", erklärte er nach einer Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums.

?Wen schützen die Masken tatsächlich?

Die meisten Experten gehen davon aus, dass ein Stoffstück vor Mund und Nase vor allem ein Fremd- und kein Selbstschutz ist. "Wenn zwei Leute einen Mundschutz tragen, sind beide geschützt", sagt Lemmen. Bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann man nach derzeitigem Wissensstand bereits vor den ersten Symptomen merklich ansteckend sein. Außerdem gibt es auch Verläufe ganz ohne Symptome.

?Helfen die Masken wirklich im Kampf gegen das Virus?

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) könnte das Tragen von Masken zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen. Abstands- und Hygieneregeln gelten aber auch, wenn Menschen eine Maske tragen. Der Stoff kann Schutz vor größeren Tröpfchen bieten und Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen verhindern. Für die selbst gemachten Masken gibt es keine Normen, entsprechend gibt es keine nachgewiesene Schutzwirkung. Laut RKI filtern die selbst gemachten Masken in der Regel aber vermutlich weniger Tröpfchen als etwa der mehrlagige medizinische Mund-Nase-Schutz.

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