Reisewarnung für Barcelona

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Berlin- Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.

Trotzdem ist der Schritt ein weiterer schwerer Schlag für die spanische Tourismusbranche. Weitere Deutsche Urlauber dürften davon abgeschreckt werden. Zumal auf der besonders beliebten Ferieninsel Mallorca erstmals ein Urlauber positiv auf Corona getestet wurde.

Am Freitag meldete zunächst das Robert-Koch-Institut (RKI), dass in allen drei Regionen die Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten wurde und stufte sie als Risikogebiete ein.

Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass auch für die Rückkehrer aus Katalonien, Aragón und Navarra ab nächster Woche eine Corona-Testpflicht gelten wird: Wer aus einem solchen Gebiet kommt, muss sich dann entweder innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise testen lassen oder binnen 72 Stunden nach der Einreise. Bis ein negatives Ergebnis da ist, muss man in Deutschland in häusliche Quarantäne.

Bereits ab heute gilt für alle Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren: Jeder kann sich kostenfrei testen lassen, ob er Krankheitssymptome zeigt oder nicht. Die Tests können innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise gemacht werden - zum Beispiel an Teststationen an Flughäfen, Bahnhöfen und anderen Reiseknotenpunkten, in Gesundheitsämtern oder Praxen.

870 neue Fälle in Deutschland

Nach RKI-Angaben vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt 870 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 208 698 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert.

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sagte angesichts der Entwicklung: "Für eine zweite Pandemie-Welle sind die Gesundheitsämter viel zu knapp besetzt."

Im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern stieg die Infiziertenzahl nach einer Familienfeier auf 15. Auch im Kreis Kleve in Nordrhein-Westfalen wurden nach einer privaten Feier mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet.

Mit einer zweiten größeren Welle an Corona-Infektionen rechnen laut ZDF-"Politbarometer" derzeit mehr als drei Viertel der Deutschen (77 Prozent), 20 Prozent erwarten dies nicht.

Außerdem hatten nun 51 Prozent die Ansicht, dass die Menschen sich in der Corona-Krise "eher unvernünftig" verhielten. In einer Befragung vom Juni hatten dies 33 Prozent angegeben. dpa

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