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Putin dreht nun auch Lettland den Gashahn zu: Gazprom behauptet „Verstöße gegen Bedingungen“

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Hervorgehobenes Logo auf einem Schild des russischen Energiekonzerns Gazprom.
Russischer Energiekonzern Gazprom. (Symbolbild) © IMAGO/Alexey Maishev

Russlands Energiekonzern Gazprom hat Gaslieferungen nach Lettland eingestellt. Das Land habe gegen Bedingungen verstoßen, heißt es.

Moskau/München - Im Hintergrund des Ukraine-Krieges nutzt Russlands Machthaber Wladimir Putin Gaslieferungen als eine Waffe und ein Druckmittel. Die europäische Energieabhängigkeit von Russland spielt ihm dabei stark in die Karten. Nun trifft das Gas-Spiel des Kreml-Chefs das nächste Land: Lettland soll kein russisches Gas mehr bekommen. Der russische Energiekonzern Gazprom teilte mit, dass Lieferungen gestoppt werden.

Gas aus Russland: Putin dreht nun auch Lettland den Gashahn zu - wegen „Verstößen“

Das Unternehmen verwies in einem kurzen Eintrag im Online-Dienst Telegram auf „Verstöße gegen die Bedingungen für die Gasentnahme“. Um welche Verstöße es sich handelt, detaillierte das Unternehmen allerdings nicht. Westliche Staaten werfen Russland vor, seine Energielieferungen als Reaktion auf Sanktionen wegen des Militäreinsatzes in der Ukraine zu reduzieren.

Gazprom hatte in den vergangenen Woche auch die Lieferungen nach Deutschland über die Leitung Nord Stream 1 stark gedrosselt. Am Mittwoch (27. Juli) kündigte der Konzern an, die Liefermenge über die Ostsee-Pipeline erneut zu halbieren. Damit wird die Kapazität der Pipeline nur noch zu 20 Prozent genutzt. Gazprom führte technische Gründe dafür an, was von deutscher Seite bezweifelt wird.

Gas aus Russland: Lettland will unabhängig von Putins Gas werden - nun liefert der Kreml-Chef kein Gas mehr

Lettland ist allerdings nicht das erste Land, das kein russisches Gas mehr bekommen soll. Russland hatte zuletzt die Gaslieferungen in mehrere EU-Länder eingestellt, darunter Polen und Bulgarien, weil diese sich geweigert hatten, in Rubel zu bezahlen. Putin hatte diese neue Regelung als Reaktion auf die Sanktionen der EU gegen Russland eingeführt. Üblich waren Zahlungen in Euro oder Dollar.

Aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sowie das russische Vorgehen mit Blick auf Gaslieferungen und zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit wollen sich viele europäische Länder unabhängig von Gas aus Moskau machen. Die Regierung in Lettland etwa hatte zuletzt erklärt, dass sie von Januar 2023 an komplett auf den Import von russischem Gas verzichten wolle. Im vergangenen Jahr kaufte Lettland noch etwa 90 Prozent seines Gases bei Russland. (bb/dpa/AFP)

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