5000 Polizisten waren gestern allein in Berlin im Einsatz, um wegen der Corona-Beschränkungen verbotene Demonstrationszüge zu stoppen. Nicht überall ließen sich die Menschen davon abhalten. FOTO: DPA
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5000 Polizisten waren gestern allein in Berlin im Einsatz, um wegen der Corona-Beschränkungen verbotene Demonstrationszüge zu stoppen. Nicht überall ließen sich die Menschen davon abhalten. FOTO: DPA

Protest im Zeichen der Krise

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Berlin- So einen 1. Mai hat Berlin noch nie zuvor erlebt: Polizisten und Demonstranten mit Mund-Nasen-Schutz, keine Demonstrationszüge. Dennoch sind nach Aufrufen linker Gruppen sind in Berlin am Abend Hunderte Menschen unerlaubt durch Kreuzberg gezogen. Feuerwerk wurde gezündet, Sprechchöre gegen die Polizei skandiert. Die Einsatzkräfte versuchten, Demonstrationszüge zu verhindern. Am Nachmittag kam es bei einer nicht erlaubten Versammlung von Corona-Gegnern am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte zu einem Zwischenfall. Ein Kamera-Team des ZDF wurde von einer Gruppe angegriffen, laut Polizei wurden mehrere Menschen verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) fand der 1. Mai in diesem Jahr wegen der Corona-Epidemie ohne größere öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen statt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) organisierte stattdessen eine mehrstündige Live-Sendung im Netz. Die Gewerkschaften warnten vor wachsenden sozialen Ungleichheiten durch die Corona-Krise und forderten den Erhalt der Arbeitsplätze.

Politisch ist der Mai in Deutschland mit der Rücknahme weiterer coronabedingter Beschränkungen gestartet. Nach einem Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder vom Donnerstag sollen Spielplätze wieder benutzt werden dürfen sowie Museen und Zoos aufmachen - alles unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln.

Notkredite für Studenten

In Deutschland sind bis Freitagabend mehr als 161 900 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.15 Uhr: mehr als 160 000 Infektionen). Mindestens 6601 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.15 Uhr: 6362). Die Reproduktionszahl lag nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit Stand Donnerstag bei 0,76. Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa sieben bis acht weitere Personen anstecken. Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 126 900 Menschen die Infektion überstanden. Experten rechnen aber mit einer hohen Dunkelziffer.

Die Deutsche Bahn braucht vom Bund zusätzliche Finanzhilfen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur benötigt der bundeseigene Konzern bis 2024 rund acht bis zehn Milliarden Euro - davon könnte die Bahn bis zur Hälfte übernehmen.

Studenten können in der Corona-Krise einen Notkredit bei der staatlichen Förderbank KfW beantragen. Das teilte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag mit. Das solle jenen helfen, die weder Bafög noch Stipendien erhielten und nun ihre Jobs verlören. dpa

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