Im Mai Präsidentenwahl per Brief in Polen

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Warschau- Im Streit um eine Verlegung der für den 10. Mai geplanten Präsidentenwahl ist Polens stellvertretender Ministerpräsident Jaroslaw Gowin zurückgetreten. Er habe andere Politiker im Lager der nationalkonservativen Regierungspartei PiS nicht davon überzeugen können, dass die Wahl verschoben werden müsse, begründete Gowin am Montag in Warschau diesen Schritt.

Das polnische Parlament hat unterdessen dem Vorschlag der Regierungspartei PiS nun zugestimmt, die Präsidentenwahl am 10. Mai als reine Briefwahl abzuhalten.

Für einen entsprechenden Gesetzentwurf sprach sich am Montagabend die Mehrheit der Abgeordneten aus. Angesichts der Corona-Epidemie verlangte die Opposition die Verlegung der Wahl.

Die PiS hält trotzdem an dem vorgesehenen Termin fest - ihr Kandidat, Amtsinhaber Andrzej Duda, führt in allen Umfragen. Um das Datum zu retten, greift sie nun zu der in Polen bislang kaum gebräuchlichen Briefwahl. "Anstand ist für Sie ein Fremdwort. Sie wollen über Leichen zum Ziel", kritisierte Borys Budka von dem größten oppositionellen Bündnis Bürgerkoalition (KO). dpa

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