An einer Berliner U-Bahn-Station kann man Schutzmasken am Automaten ziehen. Ab heute gilt in Deutschland die Maskenpflicht. Ein Schutz über Mund und Nase gehört dann auch in Hessen zum Alltag - zumindest beim Einkauf und bei Bus- und Bahnfahrten. FOTO: DPA
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An einer Berliner U-Bahn-Station kann man Schutzmasken am Automaten ziehen. Ab heute gilt in Deutschland die Maskenpflicht. Ein Schutz über Mund und Nase gehört dann auch in Hessen zum Alltag - zumindest beim Einkauf und bei Bus- und Bahnfahrten. FOTO: DPA

Politiker mahnen zu Geduld

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Berlin- Vor erneuten Bund-Länder-Beratungen in der Corona-Krise in den kommenden Tagen haben Spitzenpolitiker Hoffnungen auf weitere Lockerungen gedämpft. Während heute vielerorts erstmals Schutzmasken in Bussen, Bahnen und Geschäften Pflicht werden, wollen die Kultusminister über die Zukunft der Schulen beraten. Erste Schüler durften bereits wieder in den Unterricht gehen, heute kommen weitere dazu.

Mit Blick auf eine Telefonschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag sagte CSU-Chef Markus Söder, er würde "diesmal nicht allzu viel erwarten". Der saarländische Regierungschef Tobias Hans (CDU) äußerte "große Sorgen, dass wir Ende April feststellen, dass wir wieder weiter in die Krise reingerutscht sind." Seine rheinland-pfälzische Amtskollegin Malu Dreyer sagte, man dürfe nicht verspielen, was man dankt der Disziplin der Bevölkerung geschafft habe. Merkel hatte gesagt, dass voraussichtlich erst am 6. Mai über weitere Lockerungen entschieden werde.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warb derweil für Pragmatismus - sprich: Partys und Volksfeste nein, Einkaufen und Sport im Fitnessstudio eher ja, wenn Abstandsregeln eingehalten werden. CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, der Parteichef werden will, sagte dagegen: "Wir sind in den Lockerungen weiter gegangen, als es die objektive Entwicklung der Pandemie rechtfertigt". Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärte: "Je länger die Einschränkungen andauern, umso gründlicher und ausführlicher müssen sie begründet werden."

Die Kultusministerkonferenz will Merkel und den Länderchefs ein Konzept vorlegen. Auch eine schrittweise Öffnung von Kitas soll in dieser Woche weiter beraten werden. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) plant längere Lohnausfallzahlungen für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen müssen, wie er der "Bild am Sonntag" sagte.

App-Entscheidung

In Deutschland sind bis Sonntagabend mehr als 155 400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 154 000 Infektionen). Mindestens 5734 mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 5643).

Wann eine Corona-Warn-App auf die Smartphones geladen werden kann, ist offen - aber eine wichtige Entscheidung ist derweil gefallen. Die Nutzerdaten sollen dezentral gespeichert werden, wie Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) bestätigten. Diese Lösung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Datenabgleich. Zudem wird der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das dürfte die Apps effizienter und sicherer machen. Die Corona-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten. dpa " Seite 3

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