Dieses Plakat prangt am Ortseingang von Offenbach. In der Stadt ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen über den kritischen Wert von 50 pro 100 000 Einwohner gestiegen. FOTO: DPA
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Dieses Plakat prangt am Ortseingang von Offenbach. In der Stadt ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen über den kritischen Wert von 50 pro 100 000 Einwohner gestiegen. FOTO: DPA

Offenbach verschärft Regeln

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Offenbach/Berlin- Nach dem weiteren Anstieg der Corona-Fallzahlen über die kritische Schwelle von 50 Infizierten pro 100 000 Einwohner führt Offenbach als erste hessische Stadt wieder strengere Kontaktbeschränkungen ein. Bis zum 3. September werden Veranstaltungen unter freiem Himmel auf maximal 100 Personen beschränkt, in geschlossenen Räumen auf höchstens 50. Zudem gilt ab der Nacht von Samstag auf Sonntag jeweils ab 0 Uhr eine nächtliche Sperrstunde für Gaststätten und Bars

Hessenweit stieg die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag binnen eines Tages so stark wie seit Mitte April nicht mehr - und zwar um 231 auf 14 260. Einen höheren Zuwachs hatte es laut Ministerium zuletzt am 17. April mit plus 233 gegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Donnerstag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Es dürfte um einheitlichere Corona-Regeln gehen.

Bundesregierung beunruhigt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen bundesweit 1427 neue Ansteckungen innerhalb eines Tages. Am Vortag lag die Zahl mit 1707 so hoch wie seit Ende April nicht mehr. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von einer beunruhigenden Entwicklung. "Da ist eine Dynamik, die uns Sorgen machen muss." Die Bundesregierung sieht in privaten Feiern und Urlauben in Risikogebieten wesentliche Ursachen für den Anstieg der Neuinfektionen. Auch das vermehrte Testen schlägt sich in den Zahlen nieder. Während Ende April nach RKI-Daten in einer Woche rund 364 000 Tests durchgeführt wurden, waren es Ende Juli rund 560 000 und Mitte August mehr als 875 000 in einer Woche.

Die gestiegene Zahl führt zu Kapazitätsproblemen. In der Woche vom 10. bis 16. August hätten die teilnehmenden Labore einen Rückstau von 17 142 abzuarbeitenden Proben angegeben, heißt es in einem Bericht des RKI. Die Probleme könnten zu Verzögerungen bei der Abklärung möglicher Infektionen führen.

Wie eine Umfrage der Zeitungen der Funke-Mediengruppe in zehn Städten ergab, hat allein Hamburg bereits rund 10 000 Bußgeldbescheide erstellt und mehr als 890 000 Euro eingenommen, weil sich Menschen nicht an Corona-Vorgaben gehalten haben. In München seien nach Auskunft der dortigen Verwaltung bislang rund 9500 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen zugeleitet und Einnahmen von mehr als 950 000 Euro erzielt worden. In Frankfurt wurden bei gut 2500 eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren Bußgelder in Höhe von über 650 000 Euro verhängt. dpa " Seite 6

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