NRW-CDU für Laschet

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Berlin- Im Rennen um den CDU-Vorsitz hat sich der Vorstand des größten Landesverbands Nordrhein-Westfalen mehrheitlich hinter seinen Vorsitzenden Armin Laschet gestellt. Das Gremium beschloss am Donnerstagabend mit großer Mehrheit, Laschet für den Vorsitz zu nominieren, und Gesundheitsminister Jens Spahn als Stellvertreter. Laschet schrieb auf Twitter, eine solche Zustimmung "in unserem vielfältigen Landesverband" für ihn und Spahn "ist ein wichtiges Signal". Die CDU sei stark, wenn sie die christlich-sozialen, liberalen und konservativen Wurzeln verbinde und am Kurs der Mitte festhalte.

Der neue CDU-Vorsitzende sollte nach den Worten der rheinland-pfälzischen CDU-Chefin Julia Klöckner und des Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Christian Baldauf, auch Kanzlerkandidat werden - in Abstimmung mit der CSU. Klöckner, auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende, betonte, es sei wichtig, dass der neue Vorsitzende integriere und gleichzeitig die Partei profiliere und dies in einem starken Team. Sie sei sehr gespannt, wie sich der neue Vorsitzende programmatisch ausrichte. Baldauf betonte, er wolle vom neuen Parteichef und möglichen Kanzlerkandidaten wissen, wie er die Union wieder deutlich über 30 Prozent bringen wolle.

Neben NRW-Ministerpräsident Laschet und Spahn kommen auch die beiden anderen Kandidaten, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, aus dem nordrhein-westfälischen Landesverband. Das könnte in anderen Landesverbänden, insbesondere im Osten, auf Kritik stoßen.

Merz für längere Lebensarbeitszeit

Die drei stellen sich am 25. April auf einem CDU-Sonderparteitag in Berlin zur Wahl. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte vor ein paar Wochen - nach heftiger interner Kritik - ihren Verzicht auf Kanzlerkandidatur und Parteivorsitz angekündigt.

Friedrich Merz sprach sich im "Spiegel" angesichts der demografischen Entwicklung für eine längere Lebensarbeitszeit aus. "Für die Zukunft muss das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Ruhestand noch einmal neu justiert werden." Die Generationengerechtigkeit sei für ihn die neue soziale Frage.

Ex-Umweltminister Röttgen strich Unterschiede zu seinen Mitbewerbern heraus. So habe Laschet im Wesentlichen ein Weiter-so angekündigt. Man könne aber nicht die schwerste Krise der CDU diagnostizieren "und in Inhalt und Sprache beim Status quo bleiben", sagte Röttgen der "Welt" (Freitag). Merz wiederum mahne eine Richtungsentscheidung an, was er auch für falsch halte. "Die CDU ist keine Richtungspartei, sondern die Mitte-partei, die in alle Richtungen integrieren muss." dpa

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