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Zum zweiten Mal gehen die Leistungen deutscher Schüler beim PISA-Test zurück. Viele 15-Jährige kommen nach den jüngsten Ergebnissen nicht einmal mit einfachsten Aufgaben zurecht. Foto: dpa

Noch schlechtere PISA-Noten

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Berlin(dpa). Fast zwei Jahrzehnte nach dem großen "PISA-Schock" und dem anschließenden Aufwärtstrend zeigt die Leistungskurve der deutschen Schüler wieder eindeutig nach unten. Im internationalen PISA-Vergleichstest schnitten die Deutschen in allen drei Testbereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften schlechter ab als drei Jahre zuvor. Schon damals hatten sich die Werte in zwei Bereichen verschlechtert. Deutschland liegt zwar weiterhin über dem OECD-Durchschnitt. "Mittelmaß kann aber nicht unser Anspruch sein", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) gestern. Die Opposition sprach von einer "PISA-Klatsche".

Deutlich wurde im aktuellen PISA-Test erneut, dass es in Deutschland einen besonders starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Erfolg in der Schule gibt. Jeder fünfte 15-Jährige erreicht beim Lesen gerade einmal Grundschulniveau oder scheitert in Mathematik und Naturwissenschaften an einfachen Aufgaben. Und was allen Beteiligten Sorgen macht: Deutschlands Jugendliche verlieren zunehmend die Lust am Lesen. Die neuen Zahlen wurden 2018 erhoben, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) stellte sie gestern in Berlin vor. Die PISA-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren getestet. Dieses Mal nahmen rund 600 000 Schülerinnen und Schüler aus 79 Ländern teil, in Deutschland knapp 5500. Es war die mittlerweile siebte Runde. Die unterdurchschnittlichen Ergebnisse deutscher Schüler beim ersten Test im Jahr 2000 hatten viele überrascht und eine heftige Bildungsdebatte ausgelöst. Später war immer wieder vom "PISA-Schock" die Rede.

Besser als der OECD-Durchschnitt

Die deutschen Schüler erzielten in den drei Teilbereichen jeweils etwas weniger Punkte als bei der vorherigen Untersuchung, die 2016 veröffentlicht worden war. Die PISA-Verantwortlichen der OECD verwiesen zwar darauf, dass die deutschen Schüler leistungsmäßig weiterhin auf einem guten Niveau lägen. In Mathematik und Naturwissenschaften sei Deutschland sogar deutlich besser als der Durchschnitt der OECD-Länder. Dennoch müsse die Bundesrepublik ihre Begeisterung für Bildung und Kompetenzen erneuern und ihren Reformgeist wieder auf den Weg bringen, sagte OECD-Vizegeneralsekretär Ludger Schuknecht. Unverändert groß bleibt Deutschlands Abstand zur Spitzengruppe. Dort haben sich europäische Länder wie Estland und Finnland festgesetzt - und vor allem asiatische Länder und Metropolregionen. Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), der hessische Minister Alexander Lorz (CDU), sagte: Das deutsche Bildungssystem sei nicht so schlecht, wie es manchmal geredet werde. "Aber es ist auch nicht so gut, wie wir es gerne hätten."

"Einer der Faktoren hinter dem Leistungsrückgang können die seit der Flüchtlingskrise gestiegenen Ansprüche an das Bildungssystem sein", hieß es von der OECD. Kritische Stimmen zu den PISA-Ergebnissen kamen von der Opposition. Der FDP-Bildungspolitiker Thomas Sattelberger sieht Deutschland in der Bildungspolitik "auf Sinkflug", weil sich Bund und Länder im "kleinkarierten Kompetenzgerangel" verlören. Grünen-Chef Robert Habeck bemängelte, dass Deutschland über die letzten Jahre "unterdurchschnittlich wenig" für Bildung ausgegeben habe. " Seite 4

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