Milliarden für Medikamente

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Brüssel/Rom/Paris- Europa, Kanada, Japan, Südkorea, China, Israel, Saudi-Arabien: Im Kampf gegen Corona haben Staats- und Regierungschefs aus aller Welt 7,4 Milliarden Euro für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten zugesagt, um das tödliche Virus gemeinsam zu besiegen. Allein Kanzlerin Angela Merkel versprach gestern bei einer internationalen Geberkonferenz 525 Millionen Euro und sagte: "Es ist eine Stunde der Hoffnung." Die Weltmacht USA fehlte allerdings bei dem globalen Kraftakt für preiswerte Impfstoffe und Medikamente für alle - ebenso wie Russland.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Online-Konferenz einberufen. Zum Auftakt sagte sie selbst für die EU-Kommission eine Milliarde Euro zu. Allein die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung sagte 115 Millionen Euro zu. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird allerdings das Fünffache nötig, um Impfstoffe und Arzneien wirklich Milliarden Menschen weltweit zu erschwinglichen Preisen zugänglich zu machen - rund 40 Milliarden Euro.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hielt sich bei der Geberkonferenz raus. Außenminister Mike Pompeo ließ lediglich ausrichten, man begrüße die Anstrengungen der anderen. Trump hatte vor Tagen ein eigenes Programm gestartet, um einen Impfstoff in "Warp-Geschwindigkeit" (Überlichtgeschwindigkeit) zu entwickeln und Amerikanern bis zum Jahresende Hunderte Millionen Dosen zur Verfügung zu stellen. Weltweit wird derzeit nach Angaben der EU-Kommission an über 70 möglichen Impfstoffen geforscht. Mindestens drei werden inzwischen klinisch getestet.

Vorsichtige Schritte

Unterdessen unternimmt Italien seit gestern nach fast zwei Monaten strikter Corona-Ausgangssperre erste kleine Schritte in Richtung Freiheit. Sport in Parks ist nun wieder erlaubt, aber nur alleine. Fabriken fahren wieder hoch. Italien hat mit fast 29 000 Toten so viele Opfer zu beklagen wie wenig andere Länder. In Spanien hat gestern die erste Phase zum Ausstieg aus dem strikten Lockdown begonnen. Zunächst durften kleine Läden wie Friseurgeschäfte wieder öffnen. Zudem können Kunden sich ab sofort bei Restaurants ihr Essen selbst abholen. Sport im Freien und Spaziergänge dürfen die knapp 47 Millionen Spanier seit dem Wochenende zu bestimmten Uhrzeiten wieder machen.

Eine Woche vor den geplanten Lockerungen in Frankreich wird Kritik an den Vorgaben der Regierung laut. Vor allem die Einhaltung eines Mindestabstands zwischen Fahrgästen in den öffentlichen Verkehrsmitteln sei nur schwer einhalt- und kontrollierbar, warnten mehrere Transportmittel-Betreiber und die französische Staatsbahn SNCF. dpa

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