WHO-Konferenz

Milliarden aus China

  • vonDPA
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Mitten in der verheerenden Coronavirus-Pandemie haben Staatschefs und -chefinnen aus aller Welt an die Solidarität der Weltgemeinschaft mit den Schwächsten appelliert. Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere beschworen die internationale Gemeinschaft bei der Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag, zuerst das Virus in den Griff zu bekommen, und anschließend Lehren aus dem Umgang mit der Pandemie zu ziehen. Bis Montag waren mehr als 4,7 Millionen Menschen weltweit infiziert, und mehr als 315 000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben.

Der chinesische Präsident Xi Jinping kündigte in seiner Rede zwei Milliarden Dollar (1,85 Mrd Euro) Corona-Hilfe zur Unterstützung ärmerer Länder an. Er strich die Entsendung von Ärztinnen und Ärzten nach Afrika heraus und Lieferungen von Masken und medizinischem Material in alle Welt. Die zweitägige Gesundheitsversammlung findet online statt. Die Redner schickten ihre Beiträge per Video.

US-Außenminister Mike Pompeo warf China vor, der Welt weiterhin wichtige Informationen über das Virus vorzuenthalten, den Austausch über die Pandemie in China zu zensieren und keinen Austausch mit chinesischen Wissenschaftlern oder Besuche in Einrichtungen zu erlauben.

"Wir müssen offen sein und sagen, warum diese Pandemie außer Kontrolle geraten ist", sagte US-Gesundheitsminister Alex Azar. Die WHO habe bei ihrer Aufgabe versagt, Mitgliedsländer zeitnah über das Virus zu informieren. Er forderte eine unabhängige Untersuchung über die Rolle Chinas und der WHO bei der Ausbreitung des Virus. Die USA haben ihre Zahlungen an die WHO eingefroren und untersuchen vermeintliche Fehlleistungen der WHO.

Spahn für WHO-Reform

Für eine Initiative zur Reform der WHO sprach sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn aus. "Die WHO muss unabhängiger werden vom Einfluss einzelner Staaten", sagte er anlässlich der Jahrestagung. Sie müsse zudem in ihrer koordinierenden Funktion stärker werden und benötige auch deutlich schnellere Informationen, wenn neuartige Infektionen auftreten. Deutschland wolle mit Frankreich ein Reformkonzept vorgelegen und während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 weiter entwickeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach wie praktisch alle anderen Redner davon, dass die Welt zusammenstehen müsse, um die verheerenden Folgen der Pandemie gemeinsam zu meistern. "Diese Krise kann kein Land allein lösen, wir müssen gemeinsam handeln", mahnte sie in einem Videobeitrag. Es müsse immer wieder geprüft werden, wie die Abläufe in der WHO verbessert werden können.

Das war der Tenor der meisten Interventionen: Untersuchung ja, aber dies sei nicht der richtige Zeitpunkt, wie UN-Generalsekretär António Guterres sagte. dpa

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