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Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich in Goslar unter anderem zur Klimapolitik der Budnesregierung

YouTuber Rezo nahm sich Union zur Brust

Seitenhieb auf AKK? Merkel sorgt mit Reaktion auf CDU-kritisches Video für Spekulationen

Angela Merkel diskutiert in Goslar mit 200 Schülern über das „Zerstörungs-Video“ von Rezo und die Klimapolitik der Bundesregierung. Sie geht auf Probleme und auf Chancen ein.

Goslar - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Mittwoch in Goslar den Fragen von Schülern gestellt. Vor den etwa 200 Schülern bewertete Merkel unter anderem den Umgang ihrer Partei mit dem Video „Die Zerstörung der CDU“, das vom YouTuber Rezo veröffentlicht worden war. „Das eigentliche Manko – und das wissen wir aber inzwischen auch – war, dass man es zu abwehrend gesehen hat.“ Die Partei müsse lernen, entspannter mit Kritik umzugehen. Die elfseitige Antwort, die die CDU veröffentlicht hatte, sei nicht sehr unterhaltsam gewesen. Merkel beklagte, dass sich die Partei "nicht einfach mal drauf eingelassen hat und gesagt hat: Damit gehe ich jetzt mal locker um".

Die Partei hatte eigentlich geplant, selbst mit einem Video zu reagieren und sich Philipp Amthor als Protagonisten ausgesucht. Doch nachdem das Video bereits im Kasten war, änderte die CDU ihre Meinung und verbannte es in den Giftschrank.

Angela Merkel: Gut, dass sich junge Leute wie Rezo so intensiv mit Politik befassen

Wichtig sei, dass „man erstmal offen darauf reagiert und nicht gleich abwehrt und sagt, ist alles nichts“. Diese Aussage dürfte in erster Linie der aktuellen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gegolten haben. Deren Umgang mit Kritik aus dem Internet sorgte zuletzt vielerorts für Aufsehen.

Merkel kann Rezos Video auch Positives abgewinnen. Sie habe es angeschaut und finde es bemerkenswert, dass sich ein junger Mensch so lange und so intensiv mit dem Thema Politik befasse. Gleiches gilt für die aktuelle Klimaschnutzbewegung, der sich viele Jugendliche angeschlossen haben.

„Das sollten wir aufnehmen, auch als CDU oder als Politik insgesamt“, sagte die Bundeskanzlerin dazu, dass sich die Schüler der Debatte stellen. Ohnehin sprach sich Merkel für einen offenen Dialog aus. „Wenn mir einer sagt, das war aber jetzt alles nix“, sei sie nicht gleich eingeschüchtert.

Angela Merkel nennt zwei Gründe, weshalb die Energiewende noch nicht gelingt

Merkel ging bei dem Treffen mit den Schülern auch auf die Marschrichtung für die Klimapolitik der Bundesregierung ein. „Wir müssen schneller werden“, sagte Merkel und meinte damit die Bemühungen gegen den Klimawandel. Sie versprach, dass bis 2035 einige Kohlekraftwerke abgeschaltet würden - vielleicht sogar früher. Das könnte eintreten, wenn sich der Betrieb der Anlagen finanziell nicht mehr lohne. 

Momentan würden der erfolgreichen Energiewende noch zwei Dinge entgegenstehen: Die Akzeptanz der Bevölkerung für Windkraftanlagen und der schleppende Ausbau der Stromleitungen. Grund für Letzteres seien anhängige Klagen. In der Vergangenheit wurde bereits kritisiert, dass ein Konzept für die Energiewende fehle.

Damit die Energiewende gelingt, muss laut Merkel der öffentliche Personenverkehr attraktiver werden. Sie bewertete kritisch, dass Fliegen teilweise günstiger sei, als mit der Bahn zu fahren. Auch im Alltag sieht sie das Problem. Dort sei es häufig günstiger, das eigene Auto statt den Bus zu nehmen.

Währenddessen zeichnet jedoch eine ZDF-Umfrage ein klares Bild für die CDU: Nur 25% aller Deutschen möchte AKK als neue Kanzlerin. Wenige Tage nach Merkels Auftritt in Goslar äußerte sich auch Kramp-Karrenbauer zur Lage in der CDU.

Auch bei vielen anderen Terminen tritt die Kanzlerin in diesen Tagen in Erscheinung. Dabei kam es erneut zu einem schockierenden Zwischenfall, als Angela Merkel einen zweiten Zitter-Anfall bekam - und das wieder bei einem öffentlichen Anlass. Währenddessen diskutierten Kühnert und  CDU-Politiker Amthor im neuen Talkformat „Diskuthek“ - und wurden vom Moderator ziemlich düpiert. Merkels Sommerpressekonferenzen sind Tradition. Auch dieses Jahr wird sie sich kurz vor ihrem Urlaub den Fragen der Hauptstadtjournalisten stellen. Wegen der Vereidigung der neuen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer müssen die Abgeordneten ihren Sommerurlaub unterbrechen. Auf den Kosten dafür bleibt der Steuerzahler sitzen. 

Merkel zeigte sich nun ohne ihren Ehemann Joachim Sauer bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth und schlenderte gut gelaunt über den roten Teppich. Nun wird spekuliert, mit wem sie sich die Montags-Aufführung anschaue. 

Annegret Kramp-Karrenbauer unter verbalem Dauerbeschuss: In der Debatte um den Umgang mit Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen reißt die Kritik an der CDU-Chefin nicht ab.

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