Neue Corona-Hilfen

Wer nun mehr Geld bekommt

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Die schwarz-rote Koalition will noch einmal nachlegen, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Das kostet Milliarden. Was genau die Spitzen der Koalition für wen beschlossen haben und wo es noch offene Fragen gibt:

Schulen:Aufgelegt werden soll ein "Sofortausstattungsprogramm" über 500 Millionen Euro. Das Geld sollen die Schulen für Online-Lehrangebote nutzen. Außerdem sollen bedürftige Schüler 150 Euro für den Kauf etwa eines Laptops für den Unterricht zu Hause bekommen - ein Zuschuss, denn die Geräte sind in der Regel viel teurer.

Kurzarbeitergeld:Das Kurzarbeitergeld soll angehoben werden, und zwar gestaffelt. Dies gilt für Beschäftigte, deren Arbeitszeit um mindestens die Hälfte verringert wurde. Der Koalitionsbeschluss sieht vor, dass diese Arbeitnehmer ab dem vierten Monat nun 70 Prozent des ausgefallenen Nettoeinkommens erhalten - beziehungsweise 77 Prozent, wenn sie Kinder haben. Ab dem siebten Monat steigt das Kurzarbeitergeld auf 80 beziehungsweise 87 Prozent - längstens bis Ende 2020. Außerdem dürfen Kurzarbeiter sich mit Nebenjobs mehr dazuverdienen als bisher.

Arbeitslose:Weil das Wirtschaftsleben wegen der Beschränkungen in weiten Teilen zum Erliegen gekommen ist, werden auch kaum neue Jobs vermittelt. Deswegen soll die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I verlängert werden - und zwar um drei Monate und für alle, deren Anspruch zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember 2020 enden würde. Wer arbeitslos wird, bekommt bisher zwölf Monate Arbeitslosengeld, das gilt für Arbeitnehmer bis 50 Jahre - vorausgesetzt, sie waren zuvor 24 Monate oder länger versicherungspflichtig. Für Arbeitslose ab 50 Jahren steigt die Bezugsdauer in mehreren Schritten auf bis zu 24 Monate. Die Höhe liegt bei 60 Prozent des letzten Netto-Entgelts, bei Arbeitslosen mit Kindern sind es 67 Prozent.

Gastronomie:Restaurants, Cafés und Bars gehören zu den Unternehmen, die vom Corona-Stillstand am heftigsten betroffen sind. Die Gastronomie bekommt deshalb eine "Starthilfe", die dann greift, wenn Biergärten, Restaurants und andere wieder öffnen dürfen. Für ihre Speisen müssen sie ab Juli für ein Jahr nur noch sieben statt 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen - ähnlich wie das bisher schon für den Außer-Haus-Verkauf per Lieferdienst gilt. Für Getränke dagegen gibt es keine Reduzierung.

Unternehmen:Zusätzlich zu den milliardenschweren Paketen für die Wirtschaft sollen kleine und mittelständische Unternehmen Hilfe über die Steuer bekommen. So sollen die Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben. Konkret sollen sie absehbare Verluste durch den Corona-Stillstand mit bereits gezahlten Steuer-vorauszahlungen für 2019 verrechnen dürfen - und so früher Geld vom Finanzamt zurückbekommen, das ihnen ohnehin zusteht. dpa

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