Mehr als 300 Festnahmen in Belarus

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Minsk- Mehr als 300 Menschen sind in der Republik Belarus (Weißrussland) bei Protesten gegen den Ausschluss von Oppositionskandidaten bei der Präsidentenwahl festgenommen worden. Das Menschenrechtszentrum Wesna (Frühling) nannte auf seinem Internet-Portal spring96.org die meisten Festgenommenen am Mittwoch namentlich. Darunter waren auch zahlreiche Journalisten. Auch am Abend kam es wieder zu Protesten mit Festnahmen.

Zuvor hatte die Wahlkommission in der Hauptstadt Minsk bekannt gegeben, dass insgesamt fünf Kandidaten zur Abstimmung am 9. August zugelassen seien. Der seit mehr als 25 Jahren regierende Staatschef Alexander Lukaschenko, der als "letzter Diktator Europas" gilt, will an der Macht bleiben - und hatte unter anderem seinen aussichtsreichsten Gegner, Viktor Babariko, festnehmen lassen.

Als früherer Chef der russischen Belgazprombank sitzt Babariko wegen angeblicher Wirtschaftsstraftaten in Untersuchungshaft. Die Wahlkommission verwehrte ihm trotz der nötigen Unterstützer-Unterschriften die Zulassung zur Wahl.

Die EU-Kommission kritisierte den Ausschluss Babarikos und eines weiteren Kandidaten, der schon vorher abgelehnt worden war. dpa

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