Massentests bleiben umstritten

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Berlin- Die flächendeckenden Corona-Tests nach dem Vorbild Bayerns bleiben umstritten. Während Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zumindest mittelfristig den "bayerischen Weg" einschlagen möchte, zeigt sich NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) skeptisch. "Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen", sagte Laschet unter Verweis auf die besonders betroffene Fleischindustrie.

Baden-Württemberg will weiter nur anlassbezogen auf das Virus testen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Sozialminister Manne Lucha (beide Grüne) begründeten dies am Dienstag mit den Kosten und auch damit, dass Tests für jedermann bei der derzeitigen Infektionslage nicht angebracht seien. Lucha erklärte, Baden-Württemberg halte am Grundprinzip fest, anlassbezogen zu testen.

Die bayerische Staatsregierung beschloss unterdessen die kostenlosen Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin die Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Erstmals seit dem massiven Corona-Ausbruch bei dem Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im nordrhein-westfälischen Kreis Gütersloh nicht mehr dreistellig. Nach den vom RKI veröffentlichten Zahlen beträgt diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nun 86,0 (Vortag: 112,6).

Einreiseverbote werden aufgehoben

Die EU beginnt derweil ab dem 1. Juli mit der Aufhebung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote. Die EU-Regierungen gaben am Dienstag grünes Licht für ein Ende der Beschränkung bei 15 Drittstaaten, wobei für China eine zusätzliche Bedingung gilt. Bestehen blieben die Einreiseverbote für Staaten mit hohen Infektionszahlen wie die USA, Brasilien, Russland oder die Türkei.

Derweil haben Wissenschaftler in China eine Variante des Schweinegrippe-Virus identifiziert, die das Potenzial für eine Pandemie unter Menschen entwickeln könnte. Das berichtet das Team um George Gao vom Chinesischen Zentrum für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in Peking. Die Virusvariante G4 EA H1N1 zeige alle Anzeichen als möglicher Auslöser einer Pandemie. dpa

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