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Viele Tote nach massiven Raketenangriffen im Ukraine-Krieg

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Von: Bedrettin Bölükbasi, Mark Stoffers, Franziska Schwarz, Fabian Müller

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Das russische Militär hat am Donnerstag erneut massive Luftangriffe auf die Ukraine ausgeführt. Mindestens elf Menschen sind dabei gestorben. Der News-Ticker.

Update vom 26. Januar, 22.39 Uhr: Nach wie vor ist Bachmut eins der am stärksten umkämpften Gebiete im Ukraine-Krieg. Doch auch um die Region Donezk wird gekämpft. Laut Beamten der Ukraine werden die Feindseligkeiten in diesem Gebiet immer intensiver, berichtet CNN.

„Der Feind beschoss heute mehrmals die Gemeinde Vuhledar, wobei eine Person getötet und zwei verwundet wurden, und zwei Personen wurden in der Gemeinde Ocheretyne getötet“, wird Pavlo Kyrylenko, Leiter der Militärverwaltung der Region Donezk, vom US-Portal zitiert. „Mit anderen Worten, wir beobachten eine Eskalation entlang der gesamten Frontlinie von Süden und von Norden her.“

Krieg in der Ukraine: Selenskyj bitte Stoltenberg offiziell um Kampfjets

Update vom 26. Januar, 20.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im Gespräch mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg jetzt offiziell eine Bitte für Lieferung von Kampfflugzeugen aus dem Westen im Ukraine-Krieg vorgetragen. Damit hat er bei Stoltenberg jenes thematisiert, was Mitglieder seiner Regierung zuvor bereits öffentlich zur Debatte ausgerufen hatten. Nach der Zusage für die Lieferung von Kampfpanzern westlicher Bauart durch die USA, Großbritannien, Deutschland und weitere Staaten brauche sein Land abgesehen von weitreichenden Raketen auch Kampfjets.

NATO-Generalsekretär Stoltenberg spricht mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in der Ukraine
Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, spricht mit Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär aus Norwegen © Efrem Lukatsky

Ein Berater von Verteidigungsminister Oleksij Resnikow bezog sich dabei auf die Vorstellung, dass Kiew an westliche Jets der vierten Generation denkt. Unter diese Kategorie fallen auch F-16-Kampfflugzeuge aus amerikanischer Produktion oder deren Gegenstücke aus Europa.

Ukraine-Krieg: USA schließen die Lieferung von Kampfflugzeugen nicht kategorisch aus

Während ein Bundeswehr-Experte die Panzerlieferung Deutschlands mit Leopard-2 als „Eskalationsschritt mit Symbolkraft“ bewertet und Kanzler Scholz solche Lieferungen im Ukraine-Krieg bisher vehement ausgeschlossen hat, geben sich die USA in dieser Thematik deutlich zurückhaltender. Jedenfalls scheinen die Vereinigten Staaten eine Lieferung von Kampfflugzeugen, wie etwa F-16, nicht kategorisch auszuschließen.

Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, Jon Finer, erklärte beim Fernsehsender MSNBC am Donnerstag, die Vereinigten Staaten würden die Idee der Lieferung von Kampfjets „sehr sorgfältig“ mit der Ukraine und den Alliierten besprechen. Derweil hatte sich der niederländische Außenminister Wopke Hoekstra bereits vergangene Woche, es gebe keine Tabus bei der militärischen Unterstützung; sein Land stehe etwaigen Anfragen zur Lieferung von Kampfflugzeugen für den Ukraine-Krieg aufgeschlossen gegenüber. Für die US-Regierung erklärte Finer weiter, man habe „keine bestimmten Waffensysteme von vornherein ausgeschlossen oder zugesagt“, sondern immer versucht, „unsere Unterstützung maßzuschneidern auf die Phase der Kämpfe, in der sich die Ukraine gerade befindet“.

Ukraine-Krieg: Viele Tote und Verletze bei russischen Raketenangriffen – besonders Kiew betroffen

Update vom 26. Januar, 18.28 Uhr: Mindestens elf Menschen wurden in der Ukraine durch russische Raketeneinschläge getötet, weitere elf Personen verletzt. Das teilten die ukrainischen Behörden am Donnerstag mit. Demnach wurden bei den massiven russischen Angriffen im Verlauf des Tages bislang 35 Gebäude beschädigt, zwei Brände seien ausgebrochen. Mehr als 100 Rettungskräfte waren bei den Bergungsarbeiten im Einsatz.

Zu den größten Schäden ist es in der Region Kiew gekommen. 88 Stromgeneratoren mussten angeschlossen werden, damit soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser genug Strom haben.

Krieg in der Ukraine: Erneute russische Angriffe auf Energieinfrastruktur – Russland setzt Hyperschallraketen ein

Update vom 26. Januar, 15.26 Uhr: Nach Angaben der ukrainischen Militärführung hat Russland am Donnerstag erneut massive Luftangriffe auf ukrainische Städte ausgeführt. Insgesamt wurden 55 Raketen abgefeuert. Davon seien 85 Prozent abgefangen worden, teilte der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj im Nachrichtendienst Telegram mit. Die russische Armee habe auch zwei Hyperschallraketen des Typs Kinschal (deutsch: Dolch) eingesetzt, die von der Flugabwehr nicht abgefangen werden können.

Energieminister Herman Haluschtschenko zufolge wurden mehrere Objekte der Energieinfrastruktur getroffen, weshalb der Strom ausfiel. Besonders schwer sei die Situation in den Gebieten Kiew, Winnyzja und Odessa.

Kinschal-Rakete
Ein „MIG-31“-Kampfflugzeug der russischen Luftwaffe, das mit einer „Kinschal“-Rakete bestückt ist. (Archivofoto) © AP / RU-RTR Russian Television / dpa

Update vom 26. Januar, 12.51 Uhr: Putins Militär attackiert weiter gezielt die Energieversorgung der Ukraine. Es wurden großflächige Stromausfälle gemeldet, in der Hafenstadt Odessa funktionierte zudem die Wasserversorgung nicht richtig. Infolge der jüngsten russischen Angriffe auf Kiew ist ein 55-jähriger Mann getötet und zwei weitere Menschen verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit.

Kampfpanzer Abrams aus den USA: Russischer Ex-Oberst kritisiert das Modell

Update vom 26. Januar, 11.55 Uhr: Kurz nachdem die USA angekündigt haben, 31 Abrams in die Ukraine zu liefern, nimmt ein russischer Experte die Kampfpanzer im Gespräch mit der staatlichen Nachrichtenagentur Tass auseinander: Sogar „alte Panzer sowjetischer Bauart“ könnten sie schlagen, glaubt der ehemalige Oberst Sergej Suvorow und zählt die aus seiner Sicht Schwachstellen des Fahrzeugs auf:

Der US-amerikanische Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams habe somit „kaum eine Chance“ im Gefecht gegen einen russischen Panzer, so Suvorows Fazit. Er schränkte aber ein, dass die Schlagkraft des Abrams auch vom Können seines Fahrers abhänge. Hier eine Übersicht, was Abrams und Leopard können.

Der US-Kampfpanzer M1 Abrams gleicht dem Leopard 2 in weiten Teilen. Den M1 Abrams gibt es seit 1980 in mittlerweile drei Hauptvarianten. Seit dem Modell M1A1 ist eine 120-Millimeter-Kanone an Bord. Die vier Insassen werden von einer Stahl-Panzerung vor Angriffen geschützt. Mit 1500 PS kommt der je nach Modell bis zu 74 Tonnen schwere Abrams auf eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 68 Kilometern pro Stunde. Anders als der Leopard 2 wird der M1 Abrams über eine Gasturbine mit Kerosin angetrieben.
Ein US-Kampfpanzer M1 Abrams © JONATHAN NACKSTRAND/afp

Update vom 26. Januar, 10.29 Uhr: Das russische Militär hat am Morgen erneut ein ziviles Gebäude in Kiew getroffen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko laut The New Voice of Ukraine mit. Der Vorfall ereignete sich demnach im Stadtteil Holosijiw.

Kämpfe um Cherson: Russland-Vertreter meldet Schlag gegen ukrainische Kämpfer

Update vom 26. Januar, 10.02 Uhr: Ukrainische Soldaten haben in der Region Cherson wohl einen Rückschlag erlitten. Im Morgengrauen scheiterte der Plan, nahe der Stadt Nowa Kachowka den Fluss Dnepr zu queren. „Der Feind versuchte, nachts heimlich auf unsere Flusseite zu kommen“, teilte der von Russland eingesetzte Verwaltungsvertreter Wladimir Rogow auf Telegram mit. „Wir schlugen die Eindringlinge zurück“, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben nicht.

Moskau hatte im September die vier ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson für annektiert erklärt. Weite Teile der internationalen Gemeinschaft erkennen die Annexionen nicht an. 

Attacken mit russischen Drohnen: Ukraine meldet zahlreiche Angriffe in der Nacht

Update vom 26. Januar, 8.29 Uhr: Der regionale Militärverwaltungschef Vitali Kim schrieb in der Nacht auf Telegram, es gebe neue Wellen russischer Kampfdrohnen aus iranischer Produktion. „Die kleinen Ganoven konnten zum Geburtstag des besten Präsidenten (Selenskyj) einfach nicht anders“. Selenskyj hatte am Mittwoch (25. Januar) seinen 45. Geburtstag gefeiert.

Erneut gab es in der Nacht Luftalarm in weiten Teilen der Ukraine. In Saporischschja und Dnipropetrowsk waren nach Medienberichten Explosionen zu hören – möglicherweise durch den Einsatz der Flugabwehr.

Ukrainische Flugabwehr meldet Abwehr aller nächtlichen Angriffe

Update vom 26. Januar, 06.56 Uhr: Das ukrainische Flugabwehr hat etwa 15 russische Drohnen über in Kiew abgeschossen. Das teilte die Militärverwaltung der Stadt lauf dem Kyiv Independent mit. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Die Drohnen sollen aus iranischer Produktion gewesen sein.

Kampf um Bachmut und Wuhledar: „Feind intensiviert seinen Druck

Update vom 25. Januar, 22.10 Uhr: „Der Feind intensiviert seinen Druck in den Sektoren Bachmut und Wuhledar“, erklärte die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Mittwoch. Maljar gab demnach an, dass Russland eine große Anzahl von Soldaten sowie viel militärische Ausrüstung und Waffen in den Kampf schicke. Moskau verzeichne „beträchtliche Verluste“, gebe aber nicht auf.

Am Mittwoch hatte die Ukraine eingeräumt, sich aus dem heftig umkämpften Ort Soledar in der Region zurückgezogen zu haben. Er liegt nur etwa 15 Kilometer nordöstlich der Stadt Bachmut, welche die russische Armee und die Söldnertruppe Wagner seit Monaten einzunehmen versuchen. Es ist das erste Mal, dass auch die Stadt Wuhledar unter den Schauplätzen „intensiver“ Kämpfe genannt wird.

Ukraine-Krieg: Zwei Tote in Beryslav (Cherson)

Update vom 25. Januar, 21.04 Uhr: Durch russischen Beschuss sind am Mittwoch in Beryslav, 80 Kilometer entfernt von Cherson, zwei Menschen getötet und vier weitere verletzt worden. Laut Kyiv Independent sei ein Lebensmittelladen getroffen worden. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

Eine ZDF-Korrespondentin betont, dass die Menschen in der Region um Cherson positiv auf die Ankündigung deutscher Panzerlieferungen reagiert hätten. Gleichzeitig gebe es in den umkämpften Regionen auch die Sorge vor direkten Vergeltungsschlägen durch die russische Armee.

Ukraine-News: Wagner-Chef vergleicht Kampf um Soledar mit Kampf um Stalingrad

Update vom 25. Januar, 15.34 Uhr: Den Kampf um Soledar hat Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldner-Gruppe „Wagner“, recht krude sogar mit der Schlacht um Stalingrad verglichen. Mehr als eine Woche nach der russischen Seite gesteht nun auch das ukrainische Militär die Niederlage um die Kleinstadt in der Ostukraine ein.

Um das Leben der Soldaten zu retten, hätten diese sich auf bereits vorbereitete Verteidigungslinien zurückgezogen, sagte Ostgruppen-Sprecher Serhij Tscherewatyj nun dem ukrainischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Durch den Rückzug sei ein Durchbruch des Gegners in den rückwärtigen Raum verhindert worden.

Es habe weder eine Einkreisung noch Gefangennahme der ukrainischen Einheiten gegeben. Laut Tscherewaty erlitten die russischen Truppen bei der Eroberung gewaltige Verluste, die vergleichbar mit den beiden Tschetschenienkriegen seien. Zu den eigenen Verlusten machte der Militärsprecher keine Angaben. Die Informationen lassen sich aktuell nicht unabhängig überprüfen.

Ein Söldner der Gruppe Wagner auf den Straßen Soledars. (Archivfoto)
Ein Söldner der Gruppe Wagner auf den Straßen Soledars. (Archivfoto) © Imago

Nach Korruptionsverdacht: Ukrainischer Generalstaatsanwalt entlässt fünf Gebietsleiter

Update vom 25. Januar, 13.46 Uhr: Die Entlassungswelle geht weiter: In der Ukraine hat Generalstaatsanwalt Andrij Kostin fünf Gebietsleitern der Staatsanwaltschaft gekündigt. Die Entlassungen seien „auf eigenen Wunsch“ erfolgt, teilte die Behörde nun mit. Seit Sonntag (22. Januar) waren nach Korruptionsskandalen bereits fünf Vizeminister, vier Gouverneure und der Vizechef des Präsidentenbüros entlassen worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Korruption in seinem Land den Kampf angesagt.

Kremlsprecher spottet über Lieferung von US-Panzern: „Werden alle brennen“

Update vom 25. Januar, 12.09 Uhr: Der Westen will mit seinen neuen Panzerlieferungen die Kampfkraft der Ukraine stärken. Dieser Plan sei zum Scheitern verurteilt, dröhnte nun Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Das ist eine klare Überschätzung des Potenzials, das sie den ukrainischen Streitkräften zusätzlich geben“, kommentierte er Berichte über die Bereitschaft der USA, Panzer an die Ukraine zu liefern.

Der Plan sei militärisch nutzlos, aber politisch höchst gefährlich. „Diese Panzer werden brennen wie alle übrigen“, sagte Peskow Russische Experten halten den T-90 Panzer aus landeseigener Produktion für überlegen und erprobt in Kriegen. Es sei zudem klar, dass es in der Nato Probleme gebe, so viele Panzer bereitzustellen.

„Technologische Überlegenheit“ des T-14? Duma-Vorsitzender prahlt mit Panzer

Erstmeldung vom 25. Januar: München – Kreml-Chef Wladimir Putin und sein Umfeld sprechen immer wieder mit sehr viel Stolz über die russische Militärindustrie. Zuletzt prahlte Duma-Vorsitzender Wjacheslaw Wolodin mit einer angeblichen „technologischen Überlegenheit“ russischer Waffen. Dazu gehört etwa auch der russische Panzer T-14 Armata. Um den steht es aber offenbar aktuell nicht gut. Truppen wollen den Panzer wohl nicht nutzen.

Putins T-14 Panzer: Russische Truppen wollen die Panzer offenbar nur ungern einsetzen

Unter Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtete das britische Verteidigungsministerium auf Twitter, Russland bereite zwar die erste operationelle Nutzung der T-14 Panzer in der Ukraine mit einer geringen Stückzahl vor. Allerdings hätten russische Soldaten in den vergangenen Monaten zurückhaltend auf den Panzer reagiert.

Die Panzer würden sich in einem „schlechten Zustand“ befinden, weshalb sich russische Truppen widerwillig mit Blick auf die Annahme der Lieferung gezeigt hätten. Es sei jedoch unklar, welche Mängel am Panzer genau zu der Reaktion der Soldaten geführt hätten.

Ukraine-News: Russisches Militär hat Probleme mit T-14 Panzern

Das Verteidigungsministerium verwies zudem auf frühere Berichte zum russischen Super-Panzer. Russische Beamte hätten in den vergangenen drei Jahren öffentlich auf Probleme mit dem Motor und dem Thermalbildsystem des T-14 hingewiesen. 2021 habe selbst der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu die für 2022 geplante Produktion lediglich als „experimentell-industrielle“ Herstellung beschrieben. Die Einschätzung aus London daher: Es ist unwahrscheinlich, dass die Panzer die Voraussetzungen für einen Einsatz in der Ukraine erfüllen.

Sollte es allerdings entgegen der Erwartung aus London doch zu einem Einsatz im Ukraine-Krieg kommen, so würden die T-14 Panzer auf dem Schlachtfeld höchstwahrscheinlich auf die deutschen Leopard-Panzer treffen. Nach monatelangen Diskussionen will Deutschland der Ukraine die Panzer liefern. Weitere Länder wollen die Ukraine ebenfalls mit Leopard-Panzern aus eigenen Beständen versorgen. (bb)

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