Streit um den Abstand: Der große Befreiungsschlag für den Ausbau der Windkraft ist erst mal vertagt. Nun soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ran. FOTO: DPA
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Streit um den Abstand: Der große Befreiungsschlag für den Ausbau der Windkraft ist erst mal vertagt. Nun soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe ran. FOTO: DPA

Lösung für Abstandsregeln?

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Berlin- Im zähen Streit um einen schnelleren Ökostrom-Ausbau wollen Ministerpräsidenten, Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete von Union und SPD nun gemeinsam den Durchbruch schaffen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kündigte am Donnerstag in Berlin an, eine "kleine Gruppe" solle sich des Dauerkonflikts der schwarz-roten Koalition im Bund annehmen. Es gebe noch "sehr unterschiedliche Auffassungen" zwischen Nord- und Süddeutschland und den von CDU/CSU sowie SPD regierten Ländern. Die Branche reagierte verärgert.

Die Einrichtung der Arbeitsgruppe begründete Söder auch mit dem Coronavirus, der die Konferenz der Länderchefs dominierte. Allerdings sind die Gräben tief, die es in der Energiepolitik zu überwinden gilt. Union und SPD streiten seit rund eineinhalb Jahren darüber, wie die Akzeptanz für Windkraftanlagen vergrößert und der Ökostromausbau beschleunigt werden kann.

Hintergrund ist, dass Solar- und Windstrom rasch Atom- und Kohlekraft ersetzen sollen, um Klima und Umwelt zu schützen. 2022 geht das letzte Atomkraftwerk vom Netz, 2038 soll mit dem Kohlestrom Schluss sein. Bis 2030 soll der Ökostromanteil von derzeit etwa 43 auf 65 Prozent klettern, und das bei steigendem Strombedarf. Experten sind sich einig: Dafür müssen viel mehr Windräder an Land und auf See sowie Solaranlagen gebaut werden.

Stattdessen stockt vor allem der Ausbau von Windrädern an Land, auch weil Anwohner sich wehren. Vor allem Unionspolitiker im Bundestag pochen daher auf einen bundesweiten Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Windrädern und Wohnhäusern.

Kritiker argumentieren, dass damit deutlich weniger Fläche für Windkraft zur Verfügung stünde. dpa

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