Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak (l.) empfängt Annegret Kramp-Karrenbauer in Warschau. FOTO: AFP
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Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak (l.) empfängt Annegret Kramp-Karrenbauer in Warschau. FOTO: AFP

Kramp-Karrenbauer in Polen

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Warschau- Die polnische Regierung strebt nach den Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer keine Verlegung von US-Soldaten aus Deutschland in ihr Land an. Nach Gesprächen mit ihrem polnischen Kollegen Mariusz Blaszczak sagte sie am Mittwoch in Warschau, die polnische Seite habe dies deutlich gemacht. "Ja, sie wünscht sich einen Aufwuchs von amerikanischer Präsenz in Polen, aber nicht um den Preis, dass sie an anderer Stelle abgezogen wird", sagte Kramp-Karrenbauer. Für beide Staaten sei es wichtig, dass es keinen US-Abzug und kein Abwenden der USA von Europa gebe.

Insgesamt sind knapp 35 000 US-Soldaten in Deutschland. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, 9500 davon abziehen zu wollen. Er begründete den Schritt damit, dass Deutschland zu wenig für Verteidigung ausgebe.

Zwar hat die deutsche Bundesregierung den Verteidigungsetat drastisch erhöht, verfehlt das NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts mit 1,38 Prozent aber immer noch deutlich. Zum Vergleich: Die USA zahlen 3,4 Prozent.

Kramp-Karrenbauer besucht vier Tage lang die militärischen Partner Deutschlands an den Ostgrenzen der Europäischen Union. Polen ist erste Station. Weitere Reiseziele sind Bulgarien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien. Kramp-Karrenbauer will mit ihren Kollegen über Ziele der laufenden EU-Ratspräsidentschaft und die Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik sprechen. Es ist die erste Dienstreise der Ministerin ins Ausland seit Beginn der Corona-Krise. dpa

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