"Klatschen reicht nicht"

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Berlin- Zum internationalen Tag der Pflege am gestrigen 12. Mai haben Verbände, Gewerkschaften und Parteien eine bessere Bezahlung von Pflegekräften gefordert. Mit Aktionen machten Pflegerinnen und Pfleger zum Beispiel unter dem Motto "Klatschen alleine reicht uns nicht" auf ihre Situation aufmerksam. Papst Franziskus verschickte eine Botschaft aus Rom und twitterte an die Pflegekräfte: "Ihre Arbeit ist kein Job, vielmehr Berufung und Hingabe. Dafür geben Sie in dieser Zeit ein heldenhaftes Beispiel."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier telefonierte für seine am Dienstag veröffentlichte neue Videobotschaft mit einer Bewohnerin und einer Pflegerin in einer Bremer Pflegeeinrichtung. In seiner Botschaft sagte der Bundespräsident, diejenigen, die in Heimen und zu Hause alte Menschen pflegen, leisteten "Enormes für unser Land". Er fügte hinzu: "Und ich würde mir wünschen, dass wir alle uns auch nach der Krise daran erinnern, was Sie für diese Gesellschaft tun."

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) forderte eine flächendeckende tarifliche Entlohnung für Pflegekräfte. Während der Corona-Epidemie zeige sich wie unter einem Brennglas, wie wichtig jede und jeder einzelne Beschäftigte in der Pflege sei, sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel. "Anerkennung ist wichtig, bleibt aber ohne Wert, wenn sie nicht in konkrete Verbesserungen mündet." Die Linke forderte bei einer Demonstration vor dem Kanzleramt in Berlin 500 Euro pro Monat mehr Grundgehalt.

In Alten- und Pflegeheimen müssen einfache Fachkräfte laut Statistischem Bundesamt mit durchschnittlich 3116 Euro Brutto-Monatslohn zurechtkommen. Viele sind als Pflegehelfer beschäftigt und kommen nicht auf diese Werte. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) twitterte: "Für jeden von uns ist wichtig, dass es viele Leute gibt, die gerne in der Pflege arbeiten und dafür gut bezahlt werden. Kämpfen wir für die Anliegen der Pflege, nicht nur heute am Tag der Pflegenden!" Der Sozialverband VdK hatte bereits am Montag kritisiert, dass Pflegekräfte statt Anerkennung leider oft Überstunden anhäuften, zu wenig verdienten und Beruf und Familie kaum unter einen Hut bringen könnten. Langfristig bräuchten sie mehr als Applaus und einen Bonus, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Im Bereich Alten- und Krankenpflege arbeiten rund 1,6 Millionen Menschen. dpa

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