In seinem Element: US-Präsident Donald Trump während einer Wahlkampfveranstaltung in Tulsa. Auf den Rängen blieben allerdings viele Plätze leer. FOTO: DPA
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In seinem Element: US-Präsident Donald Trump während einer Wahlkampfveranstaltung in Tulsa. Auf den Rängen blieben allerdings viele Plätze leer. FOTO: DPA

Kein Wort zu George Floyd

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Washington- Der Neustart seines Wahlkampfs ist für US-Präsident Donald Trump bei der ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise enttäuschend verlaufen. Bei der Veranstaltung in einer Arena in Tulsa (Oklahoma) blieben am Samstagabend zahlreiche der gut 19 000 Plätze leer. Vor Tausenden jubelnden Unterstützern griff der Republikaner Deutschland, die US-Demokraten und die Medien an. Ein Thema, dass die Amerikaner jüngst aufwühlte wie kaum ein anderes, ließ Trump in seiner mehr als eineinhalbstündigen Rede unerwähnt: den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz.

Trump hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets für die Veranstaltung beworben hätten. Ein Feuerwehrsprecher in Tulsa sagte der Zeitung "The Hill", weniger als 6200 Besucher seien bei der Veranstaltung gewesen - die Zahl beziehe sich auf gescannte Tickets. Nicht darin enthalten seien Medienvertreter und Mitglieder des Wahlkampfteams. Ein Vertreter des Wahlkampfteams sprach von 12 000 Menschen.

Der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, warf "radikalen Demonstranten" und verschiedenen Medien vor, Sympathisanten vom Besuch der Kundgebung abgehalten zu haben. Am Rande von Trumps Auftritt in der Arena kam es zwar zu Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Proteste blieben aber weitgehend friedlich.

In seiner Ansprache ging Trump nicht auf Floyd ein, der Ende Mai von einem Polizisten in Minneapolis brutal getötet worden war. Auch Rassismus oder Polizeigewalt thematisierte Trump nicht. Stattdessen sagte der Republikaner mit Blick auf die Wahl: "Wenn die Demokraten an die Macht kommen, dann werden die Randalierer das Sagen haben und niemand wird mehr sicher sein." Der Präsident behauptete fälschlicherweise, die Demokraten wollten Polizeibehörden die Finanzierung entziehen und diese auflösen. Trump erneuerte seine Kritik an Deutschland und bekräftigte seine Pläne, fast 10 000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Deutschland schulde der NATO wegen unzureichender Verteidigungsausgaben in den letzten 25 Jahren "eine Billion Dollar". Trump kritisierte zudem erneut die im Bau befindliche Ostsee-Pipeline Nord-Stream 2, die Gas von Russland nach Deutschland bringen soll. dpa

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