Corona-Pandemie

„Nur drei Möglichkeiten“: Lauterbach warnt vor unvorbereiteter Öffnung der Schulen im Herbst

  • VonMirko Schmid
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SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt vor einer Welle von Neuinfektionen mit Corona in den Schulen, sollte der Normalbetrieb zu früh starten.

Berlin - In den Bundesländern wird das kommende Schuljahr geplant. Diverse Landesregierungen wollen die Bildungsstätten wieder öffnen – am besten im Normalbetrieb. Davor warnt Karl Lauterbach*. Auf Twitter bekräftigt der Gesundheitspolitiker der SPD*-Fraktion im Bundestag, dass die Schulen im Herbst „nicht wieder unvorbereitet“ starten dürften.

Es gäbe lediglich drei Möglichkeiten, wie Schulöffnungen verlaufen würden, so Lauterbach. Erste Variante: Die Schulen werden wieder normal geöffnet. In diesem Falle würden sich laut Lauterbach „sehr viele Kinder“ infizieren. Zweite Variante: Eine Fortführung des Wechselunterrichts und der Maskenpflicht. Dritte Variante: Geimpfte Kinder. Aus seiner Sicht, twittert der Medizinprofessor, sei die Möglichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus* gefährlicher als eine Impfung.

Karl Lauterbach beruft sich auf Drosten: „Höchste Aufmerksamkeit“ für Schulbetrieb

Bezug nimmt Karl Lauterbach mit seinem Tweet auf den Virologen Christian Drosten, der zuvor „höchste Aufmerksamkeit“ für den Schulbetrieb im Herbst eingefordert hatte. Bisher gibt es keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche*. Zugelassen ist eine Impfung für zwölf- bis 17-Jährige, eine klare Empfehlung gibt es seitens der Ständigen Impfkommission (Stiko) nur für beispielsweise an Adipositas vorerkrankte Minderjährige oder solche mit einem Herzfehler.

Karl Lauterbach sieht nur drei Möglichkeiten, wenn die Schulen im Herbst geöffnet werden sollten.

Corona: Karl Lauterbach fordert Impfstoffexporte nach Afrika

Darüber hinaus äußerte sich Karl Lauterbach auch zum Infektionsgeschehen der Pandemie weltweit. Es sei eine „sehr bedrückende Entwicklung“, dass immer mehr Menschen in Afrika an Corona erkranken. Und das, so Lauterbach, obwohl der Altersschnitt der dortigen Bevölkerung in einigen Regionen, beispielsweise in Namibia, bei gerade einmal 18 Jahren läge.

NationNamibia
KontinentAfrika
HauptstadtWindhuk
Bevölkerung2,495 Millionen (2019 Weltbank, Stand 2019)

„Die Delta-Variante trifft ärmere Länder sehr hart“, bekräftigt Lauterbach. Sein Appell: „Wir schulden diesen Ländern Impfstoff, alleine schaffen sie es nicht.“ (Mirko Schmid) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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