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Epsteins Suizid: Mediziner diagnostizieren mehrere Knochenbrüche im Genick

Missbrauchsvorwürfe Jeffrey Epstein

Jeffrey Epstein: Frankreich leitet Vorermittlungen ein

Nachdem Jeffrey Epstein im Gefängsnis Suizid beging, ermittelt nun auch die Pariser Staatsanwaltschaft gegen den US-Unternehmer. 

  • Jeffrey Epstein begeht Suizid
  • Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorie
  • US-Justizministerium untersucht Epsteins Tod


Update vom 23. August: Der Fall des in einem New Yorker Gefängnis inhaftierten Jeffrey Epstein hat längst internationale Dimensionen angenommen. Nach dem Suizid des wegen Missbrauchs angeklagten Epsteins in seiner Zelle hat nun auch die Pariser Staatsanwaltschaft Vorermittlungen eingeleitet. Die französischen Ermittlungen richteten sich auf mögliche Straftaten, die auf französischem Staatsgebiet begangen wurden, sowie Vergehen, bei denen Opfer oder Täter französische Staatsbürger seien, erklärte der Pariser Chefermittler Rémy Heitz. Anfang August hatte die Kinderschutzorganisation "Innocence in Danger" unter Berufung auf das FBI die Vermutung aufgestellt, auch Menschen mit französischer Staatsbürgerschaft seien in den Fall verwickelt. So sollen mehrere Opfer des Sexhandelsrings, den Epstein aufgebaut haben soll, aus Frankreich stammen. 

Gleichstellungs-Staatssekretärin Marlène Schiappa und der Staatssekretär für den Schutz von Kindern, Adrien Taquet, hatten bereits eine französische Untersuchung zu dem Fall gefordert.


Jeffrey Epstein: Testament zwei Tage vor dem Tod

Update, 20. August, 07:00 Uhr: Jeffrey Epstein hat nach Medienberichten zwei Tage vor seinem Suizid ein Testament aufgesetzt. Das Dokument, das auf den Virgin Islands eingereicht worden sei, beziffert Epsteins Vermögen auf rund 578 Millionen US-Dollar (rund 521 Millionen Euro), schrieb die „New York Post“ am Montag (Ortszeit). Die Zeitung hatte das Dokument im Netz veröffentlicht.

Begünstigte seien darin nicht aufgeführt, hieß es weiter. Der 66-jährige Epstein habe sein Vermögen einem Treuhandfonds namens „The 1953 Trust“ übertragen, bezugnehmend auf sein Geburtsjahr. Mutmaßliche Opfer Epsteins hatten laut US-Medien angekündigt, Schadenersatz fordern zu wollen.

In seinem Testament habe Epstein unter anderem angegeben, Bargeld in Höhe von mehr als 56 Million Dollar zu besitzen, sowie Flugzeuge, Autos und Boote im Wert von gut 18 Millionen Dollar. Der Marktwert seiner Kunstsammlung müsse noch geschätzt werden. Das Testament sei laut „New York Post“ am 8. August von Epstein unterzeichnet worden.

Update, 18. August, 18:56 Uhr: Gut eine Woche nachdem Jeffrey Epstein tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden war, herrscht nun Klarheit. Laut dem offiziellen Obduktionsbericht hat sich der wegen Sexualverbrechen angeklagte Epstein in seiner Gefängniszelle selbst umgebracht. 

Wie mehrere Medien, darunter die „New York Times“ und die „BBC“, berichten, schlossen die Gerichtsmediziner um Barbara Sampson Fremdeinwirkung aus.

Update, 16. August, 15.15 Uhr: Die Obduktion der Leiche des wegen Sexualverbrechen angeklagten US-Multimillionärs Jeffrey Epstein hat noch keine eindeutige Todesursache ergeben. Wie die „Washington Post“ und die „New York Times“ am Donnerstag berichteten, diagnostizierten die Mediziner bei dem tot in seiner Gefängniszelle gefundenen Epstein mehrere Knochenbrüche im Genick. Bis zur endgültigen Feststellung der Todesursache ist es nach Angaben der New Yorker Gerichtsmedizin jedoch noch zu früh. Den Zeitungen zufolge wurde bei der Autopsie unter anderem ein Bruch des Zungenbeins festgestellt, eines Knochens am Mundboden nahe des Adamsapfels. Demnach ist ein solcher Bruch vor allem bei älteren Suizidopfern häufig. Allerdings könne er auch bei Opfern von Strangulation auftreten. Die New Yorker Gerichtsmedizin erklärte, es sei noch zu früh für eine Feststellung der exakten Todesursache. Bei forensischen Ermittlungen müssten stets erst alle verfügbaren Informationen miteinander verknüpft werden.

Update, 15. August, 6:30 Uhr: Täglich kommen neue Gerüchte und Ungereimtheiten rund um den Suizid von Jeffrey Epstein ans Licht. Der US-amerikanische Nachrichtendienst CBS berichtet nun von Schreien und Rufen, die vor dem Tod des Milliardärs aus seiner Zelle zu hören gewesen seien. CBS beruft sich dabei auf eine anonyme Quelle. Nachdem die Gefängniswärter den Leichnam Epsteins gefunden haben, hätten sie versucht, ihn zu reanimieren.

Darüber hinaus soll einer der Wachmänner, die in der Nacht des Todes im Dienst waren, für diese Aufgabe gar nicht angestellt gewesen sein. Der Mann hätte zwar in der Vergangenheit als Vollzugsbeamter gearbeitet, mittlerweile aber eine andere Stelle innerhalb des Gefängnisses angenommen. Die Aufgabe habe er übernommen, um dort mit Überstunden mehr Geld zu verdienen. Auch die zweite Person, eine Gefängniswärterin, habe zum Zeitpunkt des Todes Epsteins aufgrund der dünnen Personaldecke bereits Überstunden absolviert.

Mutmaßliches Opfer von Jeffrey Epstein reicht Klage ein

Update, 14. August, 20.55 Uhr: Jennifer Araoz hat genug. „Ich bin wütend, dass er mir nicht persönlich vor Gericht antworten muss. Aber mein Streben nach Gerechtigkeit fängt gerade erst an“, schrieb Araoz in einer Kolumne für die „New York Times“. Sie fordert Schadenersatz von Epsteins Erben und mutmaßlichen Komplizinnen. 

Die heute 32 Jahre alte Jennifer Araoz wirft Epstein vor, sie im Jahr 2002 vergewaltigt zu haben. Gegen dessen Erben, seine mutmaßliche Verbündete Ghislaine Maxwell und drei weitere namentlich nicht genannte Frauen reichte sie nun vor dem Obersten Gerichtshof des Bundesstaats New York Klage ein.

Ein am Mittwoch in Kraft getretenes Gesetz im Bundesstaat New York ermöglichte Araoz’ Klage. Es gibt Opfern von länger zurückliegenden Sexualverbrechen ein Jahr Zeit, um rechtliche Schritte einzuleiten. Das neue Gesetz könnte eine regelrechte Klagewelle gegen Epstein und dessen mutmaßliche Komplizen zur Folge haben.

Ghislaine Maxwell (l.) mit ihrer Mutter Elisabeth bei der Trauerfeier für Vater und Ehemann Robert (Archivbild).

Araoz zufolge sprach eine von Epsteins Komplizinnen sie im Alter von 14 Jahren vor ihrer New Yorker Schule an und stellte ihr in Aussicht, Epstein könne ihr zu einer Karriere als Schauspielerin verhelfen. Die ersten Treffen im Luxusappartement des Multimillionärs in Manhattan verliefen demnach ohne Zwischenfälle. Epstein habe sich ein oder zwei Stunden mit ihr unterhalten und ihr 300 Dollar in bar gegeben, berichtete Araoz.

Doch nach wenigen Wochen forderte er sie nach ihren Angaben auf, ihn zu massieren und ihr Oberteil auszuziehen. Die Übergriffe wurden demnach von Mal zu Mal schlimmer, schließlich habe er sie vergewaltigt. Sie habe die Besuche eingestellt und die Schule gewechselt. Erst nach Jahren habe sie über den Missbrauch sprechen können.

Ghislaine Maxwell soll Epstein geholfen haben

Update, 14. August, 15:40 Uhr: Nach dem Suizid von Jeffrey Epstein und dem damit verbundenen Ende der Ermittlungen richtet sich der Fokus auf eine Ex-Freundin des Milliardärs. Laut US-Medien haben die Anwälte eines der mutmaßlichen Opfer Epsteins, Virginia Roberts Giuffre, Anklage gegen Ghislaine Maxwell erhoben.

Maxwell ist eine britische Society Lady, die in den 1990er Jahren in einer Beziehung mit Epstein lebte. Die Tochter des britischen Zeitungsverlegers Robert Maxwell soll laut der Anklage Epstein geholfen haben, neue Opfer zu rekrutieren und im Anschluss die Taten zu verschleiern. Außerdem soll Maxwell sich am sexuellen Missbrauch beteiligt haben. Seit Monaten ist sie untergetaucht.

Gefälschte Protokolle, schlafende Wärter - viele Fragen rund um Epsteins Suizid

Update, 14. August, 9:30 Uhr: Das US-Justizministerium hat erste Konsequenzen aus dem Suizid Jeffrey Epsteins in einer Haftanstalt in New York gezogen. Justizminister William Barr teilte mit, er habe die Entlassung des Gefängnisdirektors veranlasst. Die beiden Wachen, die für die Beobachtung Epsteins zuständig waren, wurden beurlaubt.

Das Anwesen von Epstein steht auf der Privatinsel des verstorbenen Unternehmers. Die US-Bundespolizei hat nach Medienberichten das Anwesen durchsucht. Epstein starb am Wochenende in einem New Yorker Gefängnis.

Wie mehrere US-Medien berichten, hatten die Wachen mehrere Stunden nicht nach dem Milliardär geschaut, obwohl die Richtlinien jede halbe Stunde einen Kontrollgang vorschreiben. Die Wachen versuchten laut Angaben aus Ermittlerkreisen offenbar, ihr Fehlverhalten zu verschleiern, in dem sie Protokolle fälschten. Angeblich sollen sie jedoch geschlafen haben. Aufgefallen sei dies nach Sichtung der Videokameras.

Am Dienstag hatten die Ermittler auf Epsteins Privatinsel „Little St. James“ Durchsuchungen veranlasst. Auch dort soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Mehrere US-Medien veröffentlichten ein Video von der Durchsuchung.

Verschwörungstheorien rund um den Suizid von Jeffrey Epstein

Update, 13. August, 18.15 Uhr: Verschwörungstheorien sind offenbar populärer als je zuvor. Das trifft natürlich auch auf den Tod von Jeffrey Epstein zu. Da wird zunächst der „Clinton Body Count“ ins Spiel gebracht - und später dann auch noch von Donald Trump verbreitet. Dass an all dem Gerede nichts dran ist, interessiert offenbar nur die wenigsten. 

Doch Idiotie kennt keine Grenzen. Denn Mark Foster, Kopf der US-amerikanischen Indie-Elektropop-Band „Foster the People“, verbreitet derzeit über Twitter eine zweite Verschwörungstheorie, wonach Epstein gar nicht tot ist, sondern mit einem Privatflugzeug in den Nahen Osten gebracht worden sei und sich bereits auf einen operativen Eingriff per Plastischer Chirurgie vorbereite. Und der Tote? Ist natürlich nicht Epstein, sondern ein Double. Darum auch der Hashtag: #EpsteinBodyDouble.

Doch damit nicht genug. Auf seine krude Theorie angesprochen, setzte sich Foster zur Wehr. Er finde es seltsam, schrieb er auf Twitter, dass er von Reportern von NBC und anderen Nachrichtenagenturen für seine Meinung bestraft werde. Dann wandte er sich direkt an die Reporter: „All Eure Berichte sind pure Spekulation. Wenn Ihr als Autorität der Wahrheit angesehen werden wollt, macht einen besseren Job.“ Und dann erbrachte er auch gleich noch den Beweis für seine Theorie - streng wissenschaftlich versteht sich.

FBI durchsucht Epsteins Luxusanwesen in der Karibik

Update, 13. August, 15.30 Uhr: Das FBI hat nach Medienberichten das Anwesen des Unternehmers auf den Amerikanischen Jungferninseln durchsucht. Der Sender NBC berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, Bundespolizisten hätten das luxuriöse Eigenheim Epsteins auf der kleinen Jungferninsel Little St. James am Montag (Ortszeit) durchsucht.

Unterdessen kritisieren einige Demokraten, darunter die Präsidentschaftsbewerber Cory Booker und Beto O’Rourke, den Umgang von US-Präsident Donald Trump mit dem Fall. Trump hatte am Samstagabend auf Twitter eine Verschwörungstheorie verbreitet, die Bill Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückt und mit Pädophilie-Vorwürfen in Verbindung bringt. Booker bezeichnete das Vorgehen Trumps als „gefährlich“.

Update, 13. August, 9:40 Uhr: Nach dem Suizid von Milliardär Jeffrey Epstein hat Justizminister William Barr „schwere Unregelmäßigkeiten“ in der Haftanstalt angemahnt. Er sei „entsetzt und verärgert“ gewesen, als er von Epsteins Tod erfahren habe. Gleichzeitig räumte Barr ein, dass Epstein nach seinem mutmaßlichen ersten Suizidversuch nicht ordnungsgemäß überwacht worden sei.

Jeffrey Epstein vor Gericht in West Palm Beach.

Der US-Justizminister wiederholte seine Ankündigung, eine tiefgehende Untersuchung der Geschehnisse rund um den Todesfall des ehemaligen Investmentbankers einzuleiten. „Wir werden herausfinden, was passiert ist“, sagte Barr im Rahmen einer Veranstaltung in New Orleans.

Auch Abgeordnete im US-Kongress haben drängende Fragen: Die führenden Mitglieder des Justizausschusses im Repräsentantenhaus schrieben am Montag an die für Bundesgefängnisse zuständige Behörde und verlangten Aufklärung. Aufgelistet sind 23 Fragen – unter anderem zum allgemeinen Umgang mit psychisch instabilen Insassen in der betroffenen Haftanstalt, aber auch zu den genauen Abläufen in Epsteins Fall kurz vor dessen Tod.

Donald Trump verbreitet Verschwörungstheorie zu Bill Clinton

Update, 11. August, 21:10 Uhr: US-Präsident Donald Trump verbreitet auf Twitter eine Verschwörungstheorie, nach der Bill Clinton verantwortlich für den Tod von Milliardär Jeffrey Epstein sei. Trump teilte einen Tweet von Terrence K. Williams, in dem der Schauspieler suggeriert, Epstein sei tot, weil er „Informationen über Bill Clinton“ gehabt habe. Die Meldung, dass Epstein Suizid begangen habe, bezweifelt Williams direkt, und fordert am Ende des Tweets alle, die wie er „nicht überrascht“ seien, seinen Beitrag zu „retweeten“.

Der Aufforderung gefolgt ist Trump, der wie Bill Clinton ein alter Freund Epsteins war.

Update, 11. August, 16:45 Uhr: In einer selten gewordenen überparteilichen Einigkeit haben sich sowohl demokratische als auch republikanische Abgeordnete der USA für eine Untersuchung der Umstände rund um den Selbstmord von Jeffrey Epstein ausgesprochen. 

Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez schrieb auf Twitter: „Wir benötigen Antworten“. Ihr Kollege Matt Gaetz, republikanischer Abgeordneter des Bundesstaates Florida, antwortete darauf: „Ich stimme AOC zu“.

Die Rechtsanwältin Lisa Bloom, die einige der Frauen vertritt, die Epstein sexuellen Missbrauch vorwerfen, sprach sich unterdessen auf Twitter dafür aus, den Nachlass des mehrfachen Milliardärs einzufrieren. Das Vermögen solle als Schadensersatz für Epsteins Opfer verwendet werden. „Sie verdienen volle und faire Kompensation“, schrieb Bloom auf Twitter.

US-Justizministerium untersucht mutmaßlichen Suizid von Millionär Epstein

Update, 10.8.2019, 19.45 Uhr: US-Justizminister William Barr hat eine Untersuchung der Todesumstände des wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagten Unternehmers Jeffrey Epstein angeordnet. In einer Mitteilung Barrs hieß es, er sei entsetzt darüber, dass Epstein nach einem „offenkundigen Suizid“ in seiner Zelle in einem Bundesgefängnis in New York leblos aufgefunden wurde. „Herr Epsteins Tod wirft ernste Fragen auf, die beantwortet werden müssen.“ Zusätzlich zu den Ermittlungen der Bundespolizei FBI habe er - Barr - eine interne Untersuchung des Ministeriums in die Wege geleitet. 

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf einen Gefängnisvertreter, Epstein sei in der Haftanstalt zwar in einer besonderen Einheit mit strengeren Sicherheitsvorkehrungen untergebracht gewesen. Er habe aber nicht unter besonderer Beobachtung wegen möglicher Suizidgefahr gestanden. Epstein war der Zeitung zufolge bereits im vergangenen Monat mit Markierungen am Hals bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden worden. Die „New York Times“ berichtete, Gefängnisbehörden hätten schon damals wegen des Verdachts eines möglichen Selbstmordversuches ermittelt.

Update, 10.8.2019, 17.55 Uhr: Nun gibt es nähere Informationen zu Jeffrey Epstein. Der wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagte US-Unternehmer sei am Samstagmorgen gegen 6.30 Uhr in seiner Gefängniszelle in New York von Mitarbeitern gefunden und in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte das Gefängnis in Manhattan mit. Dort sei er schließlich für tot erklärt worden. Die Bundespolizei FBI untersuche den Fall. Eine Reihe von US-Medien, darunter die Nachrichtenagentur AP, berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, Epstein habe sich das Leben genommen.

Es scheint sich nicht um den ersten Suizid-Versuch Epsteins gehandelt zu haben. Während US-Medien in den vergangenen Wochen immer neue Details des Falles an die Öffentlichkeit brachten, hatte sich Epstein bereits Ende Juni Berichten zufolge in seiner Gefängniszelle selbst verletzt – Hinweise deuteten auf einen Suizidversuch hin. Es blieb zunächst unklar, ob das Gefängnis nach diesem Vorfall eine zusätzliche Wache eingesetzt hatte, um eine Wiederholung zu verhindern.

Jeffrey Epstein begeht Suizid

Update, 10.8.2019, 15.15 Uhr: Der des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigte US-Milliardär Jeffrey Epstein hat sich in seiner Gefängniszelle das Leben genommen. Der 66-Jährige habe sich erhängt und sei am Samstagmorgen tot aufgefunden worden, berichteten die Zeitung „New York Times“ und andere US-Medien. 

Update, 25.7.2019, 09.35 Uhr: US-Milliardär Jeffrey Epstein ist in seiner Gefängniszelle in New York verletzt vorgefunden worden. US-Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlerkreise am Mittwochabend, Wächter hätten Epstein fast bewusstlos mit Blutergüssen am Nacken entdeckt. Die Verletzungen seien aber nicht gravierend. Die Ermittler halten demnach einen Suizidversuch für möglich. 

Wie er sich die Verletzungen zugezogen habe, war noch unklar. Anwälte für den Geschäftsmann wollten sich laut Medienberichten zunächst nicht zu der Sache äußern. 

Update, 13.7.2019, 08.00 Uhr: Der Skandal um den wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagten US-Milliardär Jeffrey Epstein zieht weitere Kreise. Der wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagte US-Milliardär Jeffrey Epstein versucht haben, potenzielle „Mitverschwörer“ zu bestechen. Der Investmentbanker habe insgesamt 350.000 Dollar (310.000 Euro) an zwei Personen gezahlt, die gegen ihn hätten aussagen können, berichteten US-Medien am Freitag unter Berufung auf die New Yorker Staatsanwaltschaft. 

Im November und Dezember 2018 flossen demnach eine Zahlung in Höhe von 100.000 Dollar und eine weitere von 250.000 Dollar an zwei Personen, die mutmaßlich in den Fall verwickelt sind. Die Vorgehensweise und insbesondere der Zeitpunkt deuteten darauf hin, „dass der Beschuldigte versucht hat, Mitverschwörer zu beeinflussen, die Informationen gegen ihn bereitstellen könnten", zitierte die „New York Times“ die Staatsanwaltschaft. 

Epstein soll dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der am Montag veröffentlichten Anklageschrift zufolge wirft ihm die New Yorker Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der Investmentbanker weist alle Anschuldigungen zurück. Bei einer Verurteilung drohen dem 66-Jährigen bis zu 45 Jahre Haft.  

Seit vergangenem Samstag befindet sich Epstein im Gewahrsam. Am Montag wollen seine Anwälte seine Haftentlassung auf Kaution beantragen. 

Acosta tritt zurück

Update, 12.7.2019, 15.55 Uhr: Zunächst hat sich Alexander Acosta noch für seine Rolle in der Misssbrauchsaffäre um den US-Milliardär Jeffrey Epstein verteidigt, doch jetzt zieht der US-Arbeitsminister die Konsequenzen und tritt von seinem Amt zurück. Er habe Präsident Donald Trump am Freitagmorgen angerufen und ihm gesagt, er halte es „für das Beste, zurückzutreten“, sagte Acosta bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump im Weißen Haus. „Es wäre egoistisch von mir, in diesem Amt zu bleiben“, sagte Acosta. Das Thema Epstein lenke von den Erfolgen des Arbeitsministeriums ab. 

Trump sagte, es sei die Entscheidung des Ministers gewesen, nicht seine. Er selbst sei der Meinung, dass ein Rücktritt unnötig sei. Acosta sei jedenfalls ein „sehr guter Arbeitsminister“ gewesen. Der Rücktritt soll in sieben Tagen wirksam werden.

Donald Trump und Alexander Acosta.

Nach dem Rücktritt des Ministers soll das Amt nun zunächst kommissarisch von Acostas bisherigem Stellvertreter Patrick Pizzella geführt werden, wie Trump ankündigte. In der zweieinhalbjährigen Amtszeit des Republikaners hat es bereits zahlreiche Rücktritte und Entlassungen gegeben.

Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben - eine frühere und äußerst umstrittene außergerichtliche Vereinbarung mit Epstein hatte Acosta als damaliger Staatsanwalt mit ausgehandelt.

Fall Epstein: Alexander Acosta verteidigt sich

Update, 11.7.2019, 11.00 Uhr: Alexander Acosta steht im Fall um Jeffrey Epstein schwer unter Druck. Viele einflussreiche Politiker der Demokraten fordern den Rücktritt des US-Arbeitsministers, der vor mehr als zehn Jahren als Staatsanwalt in Florida einem Deal zustimmte, der Epstein ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart hat. 

Am Mittwoch meldete sich nun Acosta selbst zu Wort - und stellte sich gar als eine Art Held dar. „Wir glauben, dass wir richtig vorgegangen sind“, betonte Acosta. „Wir haben getan, was wir getan haben, weil wir wollten, dass Epstein ins Gefängnis kommt.“ Anders als die Staatsanwaltschaft von Palm Beach nämlich, die nichts habe tun wollen. Genau deshalb habe sein Büro damals eingegriffen: Damit Epstein auf nicht bloß unzureichend bestraft wird. Andernfalls wäre Epstein womöglich ganz ohne Gefängnisstrafe davongekommen, argumentierte Acosta.

Alexander Acosta steht schwer unter Druck.

Er könne verstehen, dass es Unmut über die damalige Strafe gebe. Auch sein Team und er hätten damals eine höhere Strafe für Epstein zum Ziel gehabt. Was die Opfer durchgemacht hätten, sei fürchterlich. Der mehrfachen Nachfrage von Journalisten, ob er sich bei Epsteins Opfern entschuldigen wolle, wich Acosta aus. Er begrüßte, dass es nun Ermittlungen in New York gegen Epstein gebe und betonte: „Er ist ein schlechter Mann und gehört hinter Gitter.“

Der frühere Staatsanwalt von Palm Beach, Barry Krischer, wies Acostas Behauptung zurück und erklärte, Acostas Erinnerung an die Angelegenheit sei völlig falsch. In einer Erklärung, die kurz nach Acostas Pressekonferenz veröffentlicht wurde, sagte Krischer, die Anklage gegen Epstein sei nach „geheimen Verhandlungen“ zwischen Acosta und Epstein in sich zusammengefallen. Statt sich näher mit der 53-seitigen Anklageschrift seines eigenen Büros zu beschäftigen, habe Acosta einen geheimen Deal angeleiert, der die Rechte der Opfer verletzt habe. Es dürfe Acosta nicht gestattet werden, „die Geschichte umzuschreiben“.

Trumps Arbeitsminister Acosta unter Druck

Erstmeldung, 10.7.2019, 7.00 Uhr: Washington - Die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen US-Investmentbanker Jeffrey Epstein weiten sich zur politischen Affäre aus, die bis ins Weiße Haus reicht. Zahlreiche demokratische Politiker, namentlich die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, fordern den Rücktritt Alexander Acostas, Arbeitsminister im Kabinett Donald Trumps.

US-Präsident Donald Trump (l) und Arbeitsminister Alexander Acosta nehmen an einer Sitzung des President's National Council of the American Worker im Weißen Haus teil. (Archivbild)

Acosta war Staatsanwalt in Florida, als im Jahr 2008 erstmals Missbrauchsvorwürfe gegen Epstein vorgebracht wurden. Epstein entging einer Verurteilung wegen sexuellem Missbrauchs von Minderjährigen, offenbar, weil er einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen war. Er bekannte sich der Vermittlung von Prostitution Minderjähriger schuldig und wurde zu einer Gefängnisstrafe von 13 Monaten verurteilt. Ebenfalls Teil des Deals, den Acosta als Staatsanwalt maßgeblich aushandelte, war, dass Epstein die Strafe in einer Art offenem Vollzug absitzen konnte. Er musste nur sechs Tage die Woche im Gefängnis schlafen und konnte tagsüber seiner Arbeit nachgehen. So entging Epstein einem Verfahren vor einem Bundesgericht, der Anklage wegen sexuellen Missbrauchs und damit einer drohenden lebenslangen Haftstrafe.

Alexander Acosta verteidigt den Deal mit Jeffrey Epstein

Acosta selbst äußerte sich via Twitter zu den neuerlichen Vorwürfen gegen Epstein. Er verurteilte die Taten des einstigen Investmentbankers, zeigte sich erfreut, dass die Ermittler in New York ein Verfahren eingeleitet hätten und verteidigte die Entscheidung zum Deal mit Epstein vor mehr als einem Jahrzehnt. Damals hätten die Staatsanwälte darauf bestanden, dass Epstein ins Gefängnis gehe und sich als Sexualstraftäter registriere, verteidigte sich Acosta.

Im aktuellen Fall wirft die Staatsanwaltschaft in New York dem Multimillionär Epstein vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Er soll die Mädchen laut Informationen der „New York Times“ in seine Anwesen in New York und Florida gelockt haben und ihnen dort Geld für Massagen angeboten haben. Aus den Massagen wurden immer häufiger sexuelle Übergriffe, die in mindestens einem Fall in einer Vergewaltigung endeten. Zudem habe der heute 66-Jährige die Mädchen mit Geld bestochen, ihm weitere Minderjährige zuzuführen. Epstein habe so nach und nach einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, heißt es in der Anklageschrift. Die Ermittler gaben außerdem bekannt, sie hätten bei Durchsuchungen in Epsteins Anwesen in Manhattan hunderte Nacktbilder gefunden. Die New York Times berichtet zudem von verwirrenden Wandgemälden und lebensgroßen Schaufensterpuppen, die von der Decke des 56 Millionen Dollar teuren Stadthauses hängen würden.

Donald Trump steht noch hinter Alexander Acosta

Trotz der schweren Vorwürfe der Vertuschung gegen Acosta hält US-Präsident Donald Trump offenbar an seinem Arbeitsminister fest. Er sei ein „exzellenter Minister“, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen „fantastischen Job“ gemacht habe, sagte Trump laut der Nachrichtenagentur dpa. 

Jeffrey Epstein vor Gericht in West Palm Beach.

Zugleich distanzierte Trump sich von Epstein. Er habe vor langer Zeit ein Zerwürfnis mit seinem einstigen Freund Epstein gehabt, sagte Trump, und ohnehin sei er nie ein Fans des Unternehmers gewesen. Das Internet und amerikanische Medienhäuser berichten allerdings etwas anderes. In einem Interview mit dem „New York Magazine“ nannte Trump Epstein einen „großartigen Mann“. Epstein sei jemand, der “schöne Frauen genauso sehr mag wie ich, viele davon sehr jung“, sagte Trump*. Überworfen hätten sich die beiden laut „New York Times“ erst, als ein gemeinsames Geschäft scheiterte. Auch der ehemalige Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary, Außenministerin unter Barack Obama und später Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, waren mit Epstein befreundet.

Jeffrey Epstein, Trumps ehemaliger Freund und Bekannter der Clintons

Epstein plädierte bei einem Gerichtstermin am Montag auf nicht schuldig. Am Donnerstag soll er erneut vor Gericht erscheinen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem hohen Fluchtrisiko aus und fordert, dass der Milliardär bis zu einem möglichen Prozessbeginn hinter Gittern bleiben soll. Die Anklagepunkte könnten eine Höchststrafe von 45 Jahren Gefängnis nach sich ziehen.

Der 1953 in New York geborene Epstein hat sein Vermögen vor allem als Investmentbanker gemacht. So soll er das Geld von einer Reihe von Milliardären verwaltet haben. Ein Teil seiner Geschäftsaktivitäten bleibt jedoch im Dunkeln. Zu den Reichen und Mächtigen pflegte er enge Kontakte - etwa zu Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew aus Großbritannien, wie die "New York Times" berichtete. 

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen unter anderem aufgrund von Journalistenrecherchen wieder aufgenommen, die wiederum ihren Anfang nahmen, als Acosta von Trump zum Arbeitsminister ernannt worden war. Laut Recherchen der New York Times habe die Polizei in Palm Beach (Florida) ihre damaligen Ermittlungsergebnisse direkt an das FBI und nicht an die örtliche Staatsanwaltschaft weitergegeben - wohl aus der Befürchtung heraus, Epstein könne aufgrund seiner Bekanntheit und seines Vermögens einen derartigen Deal aushandeln. An ebenjenen aus Florida sei die New Yorker Staatsanwaltschaft nicht gebunden, sagte Staatsanwalt Geoffrey Berman. (mit dpa)

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