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„Putin wurde zu Krieg gedrängt“: Berlusconi liefert Aufreger kurz vor der Italien-Wahl

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Von: Stephanie Munk

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Vor den Wahlen in Italien sorgt Silvio Berlusconi für einen Skandal: Er nimmt Putin für dessen Einmarsch in die Ukraine in Schutz. Putin sei in die Sache „hineingerutscht“.

Rom - Bei den anstehenden Wahlen in Italien kandidiert auch ein Altbekannter: Der Ex-Ministerpräsident und skandalumwitterte Medienmogul Silvio Berlusconi. Der 85-Jährige will für seine Partei Forza Italia einen Sitz im Senat erringen.

Mit einer Aussage zum Ukraine-Krieg sorgt der vierfache italienische Ministerpräsidenten und Multimilliardär nun für Aufregung. In einem Fernsehinterview am Donnerstagabend (22. September), äußerte er sich zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin und sagte, dieser sei zum Einmarsch in die Ukraine gedrängt worden: „Putin wurde von der russischen Bevölkerung, von einer Partei, von seinen Ministern gedrängt, sich diese Spezialoperation auszudenken“, so Berlusconi im Sender Rai.

Berlusconi verteidigit Ukraine-Krieg und Putin vor Italien-Wahl - „In dramatische Situation geruscht“

Berlusconi gilt als Putin-Freund und zögerte lange, Russlands Invasion ins Nachbarland zu verurteilen. Nun sagte er: „Putin ist in eine wirklich schwierige und dramatische Situation gerutscht.“ Er benutze diesen Ausdruck bewusst, weil Putin von Vertretern der zwei selbsternannten Republiken im Donbass im Februar aufgefordert worden sei, einzuschreiten. Diese hätten Putin zur Invasion überredet, mit der Behauptung, die Ukraine greife die Gebiete immer heftiger an.

Damit nicht genug: Berlusconi erklärte weiter, Putin habe die ukrainische Regierung von Präsident Wolodymyr Selenskyj austauschen wollen „durch eine Regierung von anständigen Leuten“.

Italien-Wahl: Berlusconi schockt mit Aussagen über Putin - Rückt das Land näher an Russland

Berlusconis Forza Italia hat als kleinerer Partner einer Rechts-Koalition laut aktuellen Umfragen zur Italien-Wahl 2022 beste Chancen auf einen Wahlsieg am Sonntag, 25. September. Die Aussagen des Medienunternehmers alarmieren daher all jene, die eine Zuwendung Italiens an Russland nach der Wahl fürchten. Neben Berlusconi ist auch Matteo Salvini Teil des Rechtsblocks. Der Lega-Chef war jahrelange Fan Putins und kritisiert die Sanktionen des Westens gegen Russland.

„Wirklich tragisch“ nannte der Spitzenkandidat der Partei „Zentrum“, Carlo Calenda, den Aussagen Berlusconis - dieser sei „irgendetwas zwischen Pressesprecher Putins und Militärberater“. Der frühere Ministerpräsident Enrico Letta von den Sozialdemokraten twitterte am Freitag: „Es gibt keine Worte, um das zu kommentieren.“

Vor Italien-Wahl: Russische Botschaft in Rom provoziert mit Twitter-Beitrag

Am Donnerstag hatte die russische Botschaft in Rom mit einem Beitrag bei Twitter provoziert, in dem sie Fotos italienischer Politiker bei deren Treffen mit Putin veröffentlichte. Darunter waren Berlusconi und Salvini, aber auch andere Wahlkämpfer wie Letta, Giuseppe Conte, Matteo Renzi oder Luigi Di Maio und sogar Staatspräsident Sergio Mattarella und Vorgänger Giorgio Napolitano. „Aus der jüngeren Geschichte der russisch-italienischen Beziehungen“, stand daneben. „An einige müssen wir uns erinnern.“

Bei vielen Politikern weltweit löst Putin derweil Entrüstung aus: Russland startete am Freitag, 23. September, mit völkerrechtlich illegalen Scheinreferenden in besetzten ukrainischen Gebieten. Aber auch innerhalb Russland versetzt die russische Regierung viele Menschen in Schrecken: Mit der Anordnung einer Teilmobilisierung für den Ukraine-Krieg sollen 300.000 Russen an die Waffen. Alles zu den militärischen Entwicklungen im Ukraine-Krieg erfahren Sie im News-Ticker. (smu/dpa)

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