Italien meldet mehr Tote als China

Rom- Italien hat China bei der Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus überholt. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden stieg die Zahl der Corona-Toten in Italien am Donnerstag auf 3405. Damit ist Italien nun das Land mit den meisten Corona-Todesopfern weltweit vor China mit nach Behördenangaben bisher 3245 Todesfällen. Europaweit stieg die Zahl der registrierten Infektionen auf mehr als 100 000. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte noch wesentlich höher liegen, da in vielen Ländern inzwischen nur noch Schwerkranke getestet werden.

Ministerpräsident Giuseppe Conte rief die Italiener auf, angesichts des Virus mit "Vernunft und größter Vorsicht" zu handeln. Die Regierung will die Ausgangssperre sowie die Schließung von Schulen und den meisten Geschäften verlängern. Erwogen wird selbst ein Verbot von Freizeitaktivitäten im Freien wie Joggen oder Spaziergänge.

Auch im Nachbarland Frankreich zeichnet sich eine Verlängerung der Ausgangssperre ab. Die Behörden registrierten dort inzwischen mehr als 9100 Infektionen und 264 Todesfälle. Die Gesundheitsbehörden rechnen mit einer möglichen Trendwende erst in "zwei bis vier Wochen". Alle Mittelmeerstrände wurden geschlossen. Einen drastischen Anstieg bei den Todesfällen registrierte am Donnerstag auch Spanien: Dort stieg die Zahl der Toten durch das Coronavirus binnen 24 Stunden um fast 30 Prozent auf 767.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres rief derweil zur weltweiten Solidarität auf. Sollte sich das Coronavirus weiter ungehindert ausbreiten, "würde dies Millionen von Menschen töten", warnte er.

Meldungen aus China lassen hoffen

Zum ersten Mal seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus hat China landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Stimmen diese Angaben, wäre das ein großer Erfolg, der darauf hindeuten könnte, dass die strengen Abschottungsmaßnahmen in der Volksrepublik funktioniert haben. Inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage widerspiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist, ist jedoch unklar.

Die USA prüfen derweil den Einsatz eines häufig genutzten Malaria-Mittels zur Behandlung von Coronavirus-Patienten. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag, die Medikamentenbehörde FDA habe das Medikament "Chloroquin" bereits zugelassen. FDA-Chef Stephen Hahn schlug einen vorsichtigeren Ton an. AFP " Mehr im Innenteil

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