Osman Kavala, Vorsitzender des Kulturinstituts Anadolu Kültür, ist vor Gericht von den Vorwürfen rund um die Gezi-Proteste freigesprochen worden. Dennoch kam er nicht frei. FOTO: DPA
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Osman Kavala, Vorsitzender des Kulturinstituts Anadolu Kültür, ist vor Gericht von den Vorwürfen rund um die Gezi-Proteste freigesprochen worden. Dennoch kam er nicht frei. FOTO: DPA

Irritation um Kavala

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Istanbul- Gut sechs Jahre nach den regierungskritischen Gezi-Protesten in der Türkei sind der Intellektuelle Osman Kavala und acht weitere Angeklagte überraschend freigesprochen worden. Allerdings kam Kavala nicht wie erhofft am Dienstagabend frei, weil erneut seine Festnahme angeordnet wurde. Bei einer neuen Ermittlung der Staatsanwaltschaft gehe es um den Putschversuch vom 15. Juli 2016, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Kavala werde in dem Zusammenhang versuchte Abschaffung der verfassungsmäßigen Ordnung vorgeworfen.

Ein Richter hatte Kavala zuvor freigesprochen und dessen Freilassung nach mehr als zwei Jahren Haft angeordnet. Es gebe keine ausreichenden Beweise, begründete der Richter die Freisprüche.

Kavala war im Hochsicherheitsgefängnis Silivri inhaftiert. Kavalas Rechtsanwälte und seine Ehefrau wollten ihn vor dem Gefängnis in Empfang nehmen. Anwalt Murat Boduroglu, der den Fall beobachtet, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Kavala werde voraussichtlich noch in der Nacht vom Gefängnis zu einer Polizeistation gebracht. Dort werde er in den nächsten Tagen einem Haftrichter vorgeführt. Seine Ehefrau sei am Boden zerstört. Die Freude über die Freisprüche war zunächst groß. Unterstützer umarmten sich nach der Urteilsverkündung spontan vor dem Gerichtssaal. dpa

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