1. Gießener Allgemeine
  2. Politik

Impfungen und Glaube haben mir geholfen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

rafael_seligmann_160617_4c_3
Im Leben gibt es keine absolute Sicherheit - schon gar nicht in Corona-Zeiten. Meine Frau Elisabeth und ich hatten uns vorsichtig verhalten. Doch jetzt haben wir uns mit dem Virus infiziert. Die Schutzmaßnahmen waren im ersten Jahr der Pandemie sehr schwierig. Es gab keine Impfungen. Die Masken, die zunächst offeriert wurden, waren teuer und uneffektiv. So fertigte Elisabeth aus alten Kleidern unsere ersten Gesichtstücher selbst. Sie ließen sich waschen, waren aber nur bedingt wirksam. Und wir hielten Abstand. Derweil erkrankten und starben weltweit Millionen Menschen an der Seuche. Nach einer Rekordzeit von nur einem Jahr schaffte es das deutsch-türkische Forscher-und Unternehmerpaar Türeci -Sahin mit ihrer Firma BioNTec gemeinsam mit dem US-Pharma-Riesen Pfizer einen wirksamen Impfstoff gegen Covid 19 zu entwickeln und zu erproben. Riesige Impfzentren wurden improvisiert. Millionen standen allenthalben, um sich eine Spritze verabreichen zu lassen. Bei meiner Impfung Ende März 2021 musste ich drei Stunden in der Kälte ausharren, ehe ich in die Halle zur Injektion eingelassen wurde. Sechs Wochen später, war Elisabeth bereits eine der relativ wenigen Patientinnen. Die Angstmache von Verschwörungsgläubigen hatte bei manchen ihre Wirkung nicht getan. Elisabeth und ich wähnten uns sicher. Im Frühjahr ging mit meinem neuen Buch auf Lesereise. Bis nach Tel Aviv, wo neben meiner Tochter Yael auch meine drei Enkelkinder leben. Bei den Lesungen begegnete ich vielen Menschen. Für sie schreibe ich. Alles ging gut, trotz Flügen, Eisenbahnfahrten, gemeinsamen Essen. Und dann steckte ich mich trotz Maske bei einem Behördengang an! Zunächst spürte ich lediglich Halsschmerzen, bald kam Schwäche hinzu. Zwei Schnelltests hatten ein negatives Ergebnis. Doch spürte ich, meine Kräfte zunehmend nachlassen. So rief ich noch sonntags den Arzt an. Der riet dringend, eine Teststation aufzusuchen. Der Schnelltest kostete 3 Euro, Ergebnis: positiv! Das bestätigte die kostenfreie PCR-Probe. Mich überkam Ruhe. Ich hatte das meine getan. Jetzt lag mein Los in Gottes Hand und der von Dr. Schmitz. Zuhause stellte ich zudem steigendes Fieber fest. Der Arzt ordnete an: "Leg' dich ins Bett! Trinke viel! Nehme Paracetamol zur Fiebersenkung. Bei Atemstörungen, sofort anrufen." Meine Schwäche nahm weiter zu, ich musste husten. Daher blieb Elisabeth nachts trotz meiner Warnung bei mir. Das war liebevoll, aber falsch. Am folgenden Tag war ich dermaßen schwach, dass ich nicht mal lesen mochte. Auch Elisabeth erging es nunmehr schlecht. Doch schon am dritten Tag begann mein Fieber endlich zu sinken, so fuhr ich meine Frau ins Testzentrum. Sie war krank! Unsere Nachbarn Susanne und Karsten führen nun unseren Hund Schomer aus, kaufen für uns ein. Endlich fühlte ich mich stark genug, die Redaktion anzurufen, um meine Kolumne abzusprechen, wie seit Jahren. Fazit: Gott, mein Arzt, die Menschen, speziell meine Leser, lassen mich rasch gesunden. Die Impfungen mildern den Krankheitsverlauf. Ich kümmere mich um Elisabeth. Und will ich mich heute frei-testen lassen. © Fnp / Paul Siebel

Im Leben gibt es keine absolute Sicherheit - schon gar nicht in Corona-Zeiten. Meine Frau Elisabeth und ich hatten uns vorsichtig verhalten. Doch jetzt haben wir uns mit dem Virus infiziert.

Die Schutzmaßnahmen waren im ersten Jahr der Pandemie sehr schwierig. Es gab keine Impfungen. Die Masken, die zunächst offeriert wurden, waren teuer und uneffektiv. So fertigte Elisabeth aus alten Kleidern unsere ersten Gesichtstücher selbst. Sie ließen sich waschen, waren aber nur bedingt wirksam. Und wir hielten Abstand. Derweil erkrankten und starben weltweit Millionen Menschen an der Seuche.

Nach einer Rekordzeit von nur einem Jahr schaffte es das deutsch-türkische Forscher-und Unternehmerpaar Türeci -Sahin mit ihrer Firma BioNTec gemeinsam mit dem US-Pharma-Riesen Pfizer einen wirksamen Impfstoff gegen Covid 19 zu entwickeln und zu erproben. Riesige Impfzentren wurden improvisiert. Millionen standen allenthalben, um sich eine Spritze verabreichen zu lassen. Bei meiner Impfung Ende März 2021 musste ich drei Stunden in der Kälte ausharren, ehe ich in die Halle zur Injektion eingelassen wurde. Sechs Wochen später, war Elisabeth bereits eine der relativ wenigen Patientinnen. Die Angstmache von Verschwörungsgläubigen hatte bei manchen ihre Wirkung nicht getan. Elisabeth und ich wähnten uns sicher.

Im Frühjahr ging mit meinem neuen Buch auf Lesereise. Bis nach Tel Aviv, wo neben meiner Tochter Yael auch meine drei Enkelkinder leben. Bei den Lesungen begegnete ich vielen Menschen. Für sie schreibe ich. Alles ging gut, trotz Flügen, Eisenbahnfahrten, gemeinsamen Essen. Und dann steckte ich mich trotz Maske bei einem Behördengang an!

Zunächst spürte ich lediglich Halsschmerzen, bald kam Schwäche hinzu. Zwei Schnelltests hatten ein negatives Ergebnis. Doch spürte ich, meine Kräfte zunehmend nachlassen. So rief ich noch sonntags den Arzt an. Der riet dringend, eine Teststation aufzusuchen. Der Schnelltest kostete 3 Euro, Ergebnis: positiv! Das bestätigte die kostenfreie PCR-Probe. Mich überkam Ruhe. Ich hatte das meine getan. Jetzt lag mein Los in Gottes Hand und der von Dr. Schmitz.

Zuhause stellte ich zudem steigendes Fieber fest. Der Arzt ordnete an: "Leg' dich ins Bett! Trinke viel! Nehme Paracetamol zur Fiebersenkung. Bei Atemstörungen, sofort anrufen." Meine Schwäche nahm weiter zu, ich musste husten. Daher blieb Elisabeth nachts trotz meiner Warnung bei mir. Das war liebevoll, aber falsch.

Am folgenden Tag war ich dermaßen schwach, dass ich nicht mal lesen mochte. Auch Elisabeth erging es nunmehr schlecht. Doch schon am dritten Tag begann mein Fieber endlich zu sinken, so fuhr ich meine Frau ins Testzentrum. Sie war krank! Unsere Nachbarn Susanne und Karsten führen nun unseren Hund Schomer aus, kaufen für uns ein. Endlich fühlte ich mich stark genug, die Redaktion anzurufen, um meine Kolumne abzusprechen, wie seit Jahren.

Fazit: Gott, mein Arzt, die Menschen, speziell meine Leser, lassen mich rasch gesunden. Die Impfungen mildern den Krankheitsverlauf. Ich kümmere mich um Elisabeth. Und will ich mich heute frei-testen lassen.

Auch interessant

Kommentare