Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech (Foto) erhält demnach die Genehmigung, Tests mit gesunden Probanden durchzuführen. FOTO: STEFAN ALBRECHT/BIONTECH/DPA
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Das Paul-Ehrlich-Institut hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech (Foto) erhält demnach die Genehmigung, Tests mit gesunden Probanden durchzuführen. FOTO: STEFAN ALBRECHT/BIONTECH/DPA

Impfstoff-Anwärter im Test

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Berlin- Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat erstmals in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten gegen das neuartige Coronavirus erteilt. Das Mainzer Unternehmen Biontech erhält die Genehmigung, seinen Wirkstoff zu testen, wie das PEI gestern mitteilte. Laut Biontech soll es Tests an rund 200 gesunden Freiwilligen geben.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit künftig in ganz Deutschland Pflicht sein. Das gilt in den meisten Bundesländern für das Fahren in Bus und Bahnen sowie für das Einkaufen in Geschäften. Neben OP-Masken sind auch selbst genähte Stoffmasken oder über das Gesicht gezogene Schals und Tücher erlaubt. Gestern verkündeten auch Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bremen und das Saarland entsprechende Beschlüsse. Dies dürfte dem Virologen Christian Drosten entgegenkommen. Er warnte davor, dass Deutschland gerade durch zu weitgehende Öffnungen der Einschränkungen Gefahr laufe, seinen Vorsprung bei der Pandemie-Bekämpfung aufs Spiel zu setzen. Drosten kritisierte, dass nun wieder komplette Shoppingmalls voller Menschen seien, weil die einzelnen Geschäfte darin kleiner als die zugelassenen 800 m² seien. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) macht sich jedoch für weitere Lockerungen Anfang Mai stark, befürwortet zum Beispiel Sportmöglichkeiten für Jugendliche. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier appellierte unterdessen an Bürger und Unternehmen, die besser durch die Krise kommen, denen zu helfen, die stärker in Mitleidenschaft gezogen werden. Deutschland bleibe aber eine starke Volkswirtschaft. CDU, CSU und SPD sprachen mit Kanzlerin Angela Merkel gestern Abend im Koalitionsausschuss über weitere Hilfen für Arbeitnehmer und Studenten, aber auch Restaurants und Kommunen.

Über 5000 Corona-Todesopfer

In Deutschland sind bis Mittwochabend mehr als 147 400 Infektionen (Vortag: 144 300) mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 5018 (Vortag: 4675) mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte starben bundesweit. Das geht aus einer Auswertung der dpa hervor. Mediziner und Krankenhäuser beobachten in der Corona-Krise einen beunruhigenden Trend. Offenbar aus Angst vor einer Infektion kommen sehr viel weniger Patienten mit akutem Behandlungsbedarf in die Kliniken.

Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche steht nach eigenen Angaben kurz vor dem Marktstart mit seinem Antikörpertest auf das Coronavirus. Der Test werde Anfang Mai zur Verfügung stehen, die monatliche Produktionskapazität werde ab Juni auf einen zweistelligen Millionenumfang hochgefahren, teilte das Unternehmen in Basel mit. Zuverlässige Tests gelten als Schlüsselelement zur Lockerung der strikten Corona-Auflagen. Wer Antikörper hat, gilt zumindest vorübergehend als immun gegen das Virus und könnte ohne Gefahr für sich und andere wieder am öffentlichen Leben teilnehmen.

In Berlin wird unterdessen über längere Lohnausfallzahlungen für Eltern nachgedacht, die in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert, dass die Spielplätze schrittweise wieder aufgemacht werden. dpa

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