Der erste bestätigte Corona-virus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast der Firma Webasto angesteckt. FOTO: DPA
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Der erste bestätigte Corona-virus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast der Firma Webasto angesteckt. FOTO: DPA

Webasto

Homeoffice und gefasste Stimmung

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Bis gestern Abend stimmte, was vom Autozulieferer Webasto in Gauting-Stockdorf bei München berichtet wurde: Mitarbeiter gingen ein und aus - fast wie jeden Tag. Nach außen hin herrschte zunächst noch normaler Betrieb, nachdem bei einem Mitarbeiter das neue Coronavirus festgestellt wurde. Der eine oder andere Kollege griff am Eingang zur Händedesinfektion - sie steht nach Bekanntwerden des Falles eigens bereit. Als am Abend bekannt wurde, dass sich drei weitere Mitarbeiter der Firma infiziert hatten, zog das Unternehmen die Notbremse und verfügte die Schließung seines Stammsitzes bis mindestens zum Sonntag.

Die meisten Mitarbeiter wollten sich gestern nicht zu dem Fall äußern. "Wir haben allen Mitarbeitern, die hier in Stockdorf ansässig sind, freigestellt in dieser Woche, dass sie eigenverantwortlich entscheiden können, ob sie im Homeoffice oder ob sie im Büro arbeiten wollen", sagt Sprecherin Nadine Schian noch am Nachmittag. Die Stimmung im Unternehmen sei ruhig. "Alle Mitarbeiter gehen sehr professionell mit der Situation um." Sie würden über jede neue Entwicklung informiert.

Die Apotheken in Gauting und im gesamten Würmtal südwestlich von München erleben einen Ansturm. Gefragt wird nach Desinfektionsmitteln, vor allem aber nach Atemschutz - ausverkauft. "Seit gestern haben wir hier einen Run", sagte eine Apothekerin. Nachlieferungen seien derzeit nicht möglich, sie rechne für die nächsten drei Tage nicht mit Nachschub. Ähnlich ist die Lage in anderen Apotheken. Auf den Straßen ist zunächst niemand mit Maske zu sehen.

Beim Landratsamt Starnberg klingeln immer wieder die Telefone: "Bei uns im Bürgerbüro gehen eine Vielzahl von Anfragen ein", sagte Sprecherin Barbara Beck. Der Leiter des Starnberger Gesundsamtes sei bei Webasto, um die Belegschaft direkt zu informieren. Der erkrankte Mitarbeiter hatte an einer Schulung teilgenommen, zu der auch eine inzwischen erkrankte chinesische Kollegin aus einem Werk in Shanghai angereist war.

Der 33-jährige Mitarbeiter stammt aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Vorerst bleibt die Krippe geöffnet, in der sein Kind betreut wird. "Weder die Frau noch das Kind des Patienten sind bisher erkrankt." Beide würden im häuslichen Umfeld isoliert. dpa

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