Hoffnungsschimmer auf dem Balkan

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Berlin/Paris- Hoffnungsschimmer im Konflikt zwischen dem Kosovo und Serbien: Serbiens Präsident Aleksandar Vucic und der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti hätten vereinbart, sich am morgigen Sonntag erneut per Video-Schalte zu treffen und am 16. Juli dann persönlich in Brüssel, teilten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron am Freitag nach einem Video-Gipfeltreffen in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Vucic und Hoti hätten vereinbart, die Zusammenarbeit im Rahmen der laufenden Bemühungen im 2014 von Deutschland initiierten Format der Westbalkan-Konferenz ("Berliner Prozess") als wichtige vertrauensbildende Maßnahmen zwischen beiden Seiten zu vertiefen. Ziel der EU in der Konferenz ist es, die Beziehungen zwischen Serbien und Kosovo durch ein umfassendes, endgültiges und rechtsverbindliches Abkommen zu normalisieren.

Die von der EU vermittelten Gespräche zwischen Belgrad und Pristina am Sonntag und Donnerstag sollen demnach vom EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und dem EU-Sonderbeauftragten für den Balkan, Miroslav Lajcak, geleitet werden. Merkel und Macron würden aber eng eingebunden bleiben, hieß es aus Élyséekreisen. Die Kanzlerin und der Präsident hätten Vucic und Hoti ermuntert, in den kommenden Monaten substanzielle Fortschritte in den Verhandlungen zu machen, hieß es der Mitteilung von Merkel und Macron.

Merkel und Macron sagen weiteres Engagement zu

Merkel und Macron seien angesichts der Bedeutung einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien für die Sicherheit und Stabilität in der Region bereit, sich weiterhin zur Unterstützung beider Parteien und der EU zu engagieren. Falls erforderlich, sei man auch bereit, zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren Gipfel zu veranstalten. Dies gelte auch vor dem Hintergrund der Bedeutung der Normalisierung für die EU-Beitrittsperspektive beider Länder.

Aus Élysée-Kreisen hieß es weiter, ein Gebietsaustausch stehe "nicht auf der Tagesordnung" der Gespräche. Der Dialog zwischen Serbien und dem Kosovo sei wichtig für ganz Europa, da er "eine Frage der Sicherheit und Stabilität in einer sensiblen Region" sei. dpa

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