Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Sonntag vorsichtshalber in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte. FOTO: DPA
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Sonntag vorsichtshalber in häusliche Quarantäne begeben, weil sie Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte. FOTO: DPA

AfD

Höcke lenkt im Streit um "Flügel" ein

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Berlin- Der rechtsextreme "Flügel" in der AfD löst sich offenbar auf. Sein Gründer Björn Höcke sagte am Samstag, die vom AfD-Bundesvorstand geforderte Auflösung sei "ein Vorgang, den der ›Flügel‹ längst umsetzt: seine Historisierung". Der AfD-Vorstand hatte die Auflösung des "Flügels" bis Ende April gefordert, nachdem der Verfassungsschutz ihn als rechtsextrem eingestuft hatte. AFP " Seite 2

Athen/Kastanies- An der griechisch-türkischen Grenze ist es erneut zu Zwischenfällen am Übergang von Kastanies/Pazarkule gekommen. Eine Gruppe von rund 200 Migranten haben am Sonntagabend einen Baum gefällt und damit den Grenzzaun auf griechischer Seite beschädigt. Die griechischen Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein und sicherten die Stelle ab, berichtete das Staatsradio. dpa

Chicago- Die Coronavirus-Krise zwingt den angeschlagenen US-Luftfahrtriesen Boeing zu weiteren Einschnitten. Der Airbus-Rivale teilte mit, dass Vorstandschef Dave Calhoun und Verwaltungsratsvorsitzender Larry Kellner bis zum Jahresende keine Bezahlung mehr erhielten. Zudem setzt der Flugzeugbauer seine Dividendenzahlung bis auf Weiteres aus und lässt sein bereits seit April 2019 ruhendes Aktienrückkaufprogramm noch länger pausieren. Das Management wirbt um milliardenschwere Staatshilfen. dpa

Warschau/Prag/Bratislava- An der deutsch-polnischen Grenze ist der Verkehr am Samstag an den meisten Grenzübergängen wieder ohne Wartezeiten geflossen. Das teilte der polnische Grenzschutz mit. Die einzige Ausnahme bildete demnach Jedrzychowice an der A4 bei Görlitz. Dort mussten Lastwagen rund eineinhalb Stunden warten, der Autoverkehr lief auch hier fließend.

Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen an Grenzübergängen zu Deutschland Kontrollen eingeführt. dpa

Seoul- Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat zum dritten Mal in diesem Monat Raketen getestet. Zwei Geschosse, bei denen es sich vermutlich um ballistische Raketen handele, seien am Samstag kurz hintereinander aus dem Westen Nordkoreas über das Land hinweg in Richtung Ostmeer (Japanisches Meer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea mit. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea solche Tests. Die Staatsmedien des isolierten Landes berichteten unterdessen am Sonntag, US-Präsident Donald Trump habe in einem Brief an Machthaber Kim Jong Un eine Zusammenarbeit bei der Seuchenbekämpfung angeboten.

Trump habe seine Pläne dargelegt, die Beziehungen zwischen beiden Ländern voranzutreiben, hieß es in einer Erklärung von Kims Schwester Kim Yo Jong. Trump habe auch seine Absicht für eine Zusammenarbeit bei den Anti-Epidemie-Bemühungen geäußert. Kim warnte jedoch, das gute Verhältnis zwischen ihrem Bruder und Trump dürfe nicht auf die belasteten Beziehungen zwischen beiden Ländern übertragen werden. dpa

Berlin- Bund und Länder wollen die Ausbreitung des Coronavirus mit weiteren und beispiellosen drastischen Beschränkungen verlangsamen. In der Öffentlichkeit werden Ansammlungen von mehr als zwei Personen in ganz Deutschland für zunächst zwei Wochen verboten - ausgenommen werden Angehörige, die im eigenen Haushalt leben. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Strafen.

Auch für Hessen wurde ein weitgehendes Kontaktverbot angekündigt. Menschen dürften nur noch allein oder zu zweit unterwegs sein, teilte die Staatskanzlei mit. Ausnahmen gibt es für Familien und häusliche Gemeinschaften. Die Regelung gilt ab sofort.

Restaurants müssen schließen, ausgenommen ist die Lieferung von Speisen für zu Hause. Friseurläden werden dicht gemacht. Auf diese neuen einschneidenden Maßnahmen einigten sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz am Sonntag.

Nach einer Pressekonferenz von Merkel in Berlin wurde bekannt, dass die Kanzlerin sich nun selbst in häusliche Quarantäne begeben muss. Sie sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, teilte ihr Sprecher Steffen Seibert mit. "Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen."

Verschärfte Ausgangsbeschränkungen in den einzelnen Ländern wurden am Sonntag weitgehend eingehalten. Die Bürger werden laut Beschluss angehalten, in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter einhalten. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen sollen weiter möglich sein - genau so wie Hilfe für andere, individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft.

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist laut Beschluss künftig aber nur noch alleine, "mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet".

Bayern will das von Bund und Ländern vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen allerdings nicht übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus der bayerischen Staatskanzlei erfuhr. Im Freistaat würden weiterhin die bereits am Freitag von der Staatsregierung beschlossenen Regelungen gelten. Demnach darf weiterhin nur gemeinsam an die frische Luft, wer zu einem Hausstand gehört.

In Deutschland waren bis Sonntag mehr als 24 100 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bekannt geworden. Mehr als 90 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind bislang gestorben.

Das Universitätsklinikum Würzburg hat derweil ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem in der vergangenen Woche neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war." dpa " Mehr im Innenteil

Rom/London- Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 haben sich nach Angaben von US-Experten fast 330 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 14 400 Covid-19-Tote seien bisher gezählt worden, berichteten die Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins am Sonntag weiter. Die wichtigsten Aspekte zur Corona-Pandemie in der internationalen Politik vom Wochenende im Überblick:

Italien:651 Tote an einem Tag, so lautet die erneut bittere Bilanz am Sonntag in Italien. Damit stieg die Zahl der Toten auf insgesamt 5476. Allerdings war der Anstieg nicht so rasant wie am Vortag, als der Zivilschutz binnen 24 Stunden 783 Tote vermeldet hatte. Bis zum 3. April sollen in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Firmen und Fabriken dichtbleiben, die nicht essenziell wichtig für das tägliche Leben sind. Bis Sonntag wurden insgesamt 59 138 Infizierte erfasst.

Russland:Wegen der dramatischen Lage in Italien schickt Russland medizinische und personelle Hilfe in das Land. Russland selbst hat bisher nach offiziellen Angaben vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle - mit Stand Sonntag waren es landesweit knapp 370, davon fast 200 in Moskau.

Spanien:Zur Eindämmung der Corona-Krise will die spanische Regierung nach Medienberichten den Notstand und die Ausgangssperre im ganzen Land um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern. Das habe Ministerpräsident Pedro Sánchez den Regionalpräsidenten am Sonntag bei einer Videokonferenz mitgeteilt, berichteten mehrere Medien unter Berufung auf Regierungskreise. Die Zahl der Fälle steigt rasant: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bis Sonntagmittag mehr als 28 600 nfizierte und 1756 Tote registriert.

Großbritannien:Erste Kliniken weisen Patienten ab, Krankenschwestern schützen sich mit Müllbeuteln: In Großbritannien spitzt sich die Coronavirus-Krise zu. Ärzte haben britischen Medienberichten schon die offizielle Anweisung bekommen, nach Überlebenschancen der Patienten abzuwägen, wer Hilfe erhält. Bis zu 1,5 Millionen Briten mit Vorerkrankungen sollen sich wegen der Pandemie zu Hause in eine dreimonatige Isolation begeben. Den Statistiken zufolge haben sich bis zum Sonntagmorgen 5683 Patienten infiziert und 281 sind gestorben.

USA:In den Vereinigten Staaten schnellte die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten binnen einer Woche um mehr als das Zehnfache auf mehr als 32 000 Fälle in die Höhe. 100 Millionen von 330 Millionen Einwohnern, sind von Ausgangssperren betroffen. Die Republikaner verhandeln mit den Demokraten über ein massives Coronavirus-Konjunkturpaket. dpa

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