Historischer Schritt

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Panmunjom (dpa). Nach jahrzehntelanger Feindschaft beider Länder hat Donald Trump als erster Präsident der USA im Amt nordkoreanischen Boden betreten. Er traf zudem am Sonntag im geteilten Grenzort Panmunjom auf südkoreanischer Seite Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zu einem mehr als 50 Minuten dauernden Gespräch. In die nach einem gescheiterten Gipfel in Vietnam festgefahrenen Gespräche kommt damit wieder neuer Schwung. Trump vereinbarte mit Kim, Arbeitsgruppen zur atomaren Abrüstung in der Region zu bilden. Sie sollen bereits in wenigen Wochen ihre Arbeit aufnehmen. Außerdem kündigte Trump an, Kim nach Washington ins Weiße Haus einzuladen.

US-Ziel der Treffen ist eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas, das Atomsprengköpfe sowie strategische Raketen entwickelt hat, die das US-Festland oder Europa erreichen können. Nordkorea will seine von den USA betriebene internationale Isolierung durchbrechen und die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen erreichen.

Die beiden Männer gingen in Panmunjom in einem symbolträchtigen Akt langsam aufeinander zu, ehe sie sich die Hände schüttelten. Vier Monate nach ihrem gescheiterten Gipfel von Hanoi sagte Kim: "Ich habe nie erwartet, Sie an diesem Ort zu treffen." Trump ging dann über eine Betonschwelle, die die Grenzlinie zwischen beiden koreanischen Staaten markiert. Anschließend überschritten beide gemeinsam die Grenze zu Südkorea und setzten sich im "House of Freedom" zu einem fast einstündigen Gespräch zusammen. Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war. "Wir mochten uns vom ersten Tag an", sagte Trump. Kim bezeichnete sein Verhältnis zu Trump als "exzellent". Das Treffen setzt eine Serie der Annäherung fort, die der südkoreanische Präsident Moon Jae In und Kim Jong Un im April 2018 begonnen hatten.

Trump betonte, er strebe ein umfassendes Abkommen an. "Geschwindigkeit ist nicht das Ziel", sagte der US-Präsident. Es gehe darum, es richtig zu machen. Er machte klar, dass die von den USA und den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen in Kraft blieben. Beide Seiten hatten im vergangenen Jahr in Singapur vereinbart, auf die vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten. Zwar reklamiert Nordkorea einige kleinere Schritte für sich, tatsächliche Vernichtung von Waffen hat aber nach westlichen Erkenntnissen nicht stattgefunden. (Seite 4)

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