Das Frankfurter Mainufer ist bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel. Die Stadt riet aufgrund der Corona-Pandemie vor dem sonnigen Wochenende von Besuchen ab. FOTO: DPA
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Das Frankfurter Mainufer ist bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugsziel. Die Stadt riet aufgrund der Corona-Pandemie vor dem sonnigen Wochenende von Besuchen ab. FOTO: DPA

Hessen halten sich an Regeln

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Bisher halten sich die meisten Hessen an die Kontaktbeschränkungen. Aber wie wird das am Wochenende, wenn die Sonne scheint und das sogenannte Homeschooling endet? Erste Kommunen beugen vor.

Die Zahl der Corona-Toten steigt in Hessen weiter. Bis Freitag (14 Uhr) kamen nach Angaben des Sozialministeriums sechs weitere Opfer hinzu. An den beiden Tagen zuvor waren 13 Tote gezählt worden. Insgesamt wuchs die Zahl der Todesfälle am Freitag auf 37. Auch im Vogelsbergkreis ist der erste Todesfall zu beklagen: Ein 55-Jähriger ohne nennenswerte Vorerkrankungen hat die Covid-19-Infektion nicht überlebt. Die Zahl der Infizierten stieg hessenweit auf 4097, das war ein Plus von 215 im Vergleich zum Vortag.

Bußgelder:Rund 300-mal täglich muss Hessens Polizei seit Inkrafttreten der strengeren Kontaktregeln Gruppen mit mehr als zwei Menschen zerstreuen.

Laut Innenministerium reagierten die Betroffenen fast alle verständnisvoll und lösten die Zusammenkünfte auf. 17 Personen mussten seit Erlass der strengen Regeln am 23. März kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden, weil sie etwa Widerstand gegen Anweisungen von Beamten leisteten. Außerdem seien etwa 150 Verstöße pro Tag gegen die Schließungen von Restaurants, Bars, Sport- oder Freizeiteinrichtungen festgestellt worden. "Die polizeiliche Bilanz für die letzten elf Tage zeigt, dass sich die Hessinnen und Hessen mit ganz großer Mehrheit an die Beschränkungen im Alltag halten", bilanzierte das Ministerium.

Rheingau und Ausflugsziele:Die Polizei sperrt am Wochenende die Zufahrten zu den Sehenswürdigkeiten im Rheingau ab. Damit soll zu Beginn der Osterferien die Zahl der Ausflügler möglichst gering gehalten werden. Betroffen sind unter anderem das Kloster Eberbach, die Schlösser Vollrads und Johannisberg sowie das Niederwalddenkmal, wie das zuständige Präsidium in Wiesbaden mitteilte. Zwischen Rüdesheim und Walluf werden zudem sämtliche öffentlichen Parkplätze gesperrt. Frankfurt riet von Besuchen des Mainufers sowie von Parks ab, zwischen Offenbach und Hanau will die Polizei das gesamte Mainufer vestärkt überwachen.

Motorradfahrer:Das sogenannte Anlassen zum Start in die Motorradsaison fällt aus. Wegen der Kontaktbeschränkungen wird die für den 26. April im Main-Kinzig-Kreis geplante Veranstaltung auf das nächste Jahr verschoben. "Wir werden dann im Jahr 2021 in Gründau und Gelnhausen wieder zusammenkommen", sagte Hessens Motorradpfarrer Thorsten Heinrich. Auch eine im Rahmen des Gottesdienstes für die Biker angesetzte Trauung werde erst 2021 vollzogen.

Supermärkte:In Hessen können Supermärkte nun auch nachts mit Waren beliefert werden, um leere Regale in Zeiten der Corona-Krise zu vermeiden. Wie das Hessische Verbraucherschutzministerium mitteilte, wird das Verbot der Nachtanlieferung, das eigentlich besonders in Wohngebieten dem Lärmschutz dient, bis zum 30. April aufgehoben. Bei Bedarf könne die Regelung auch verlängert werden, hieß es. Hintergrund ist laut Ministerium die in der Corona-Krise "erhöhte Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln sowie einzelnen Hygieneartikeln".

Seelsorge:Die Corona-Krise hat zu einer erhöhten Nachfrage bei den Telefonseelsorgen geführt. "Es besteht großer Bedarf", sagte die Leiterin der Telefonseelsorge Gießen-Wetzlar, Martina Schmidt.

Die Zahl der Anrufe sei deutlich gestiegen. Eine Statistik lag dazu aber noch nicht vor. In Fulda wurde ein Zuwachs von rund 15 Prozent verzeichnet.

Zahnärzte:Mit einer Corona-Infektion in Quarantäne und dann auch noch Zahnschmerzen? Um auch positiv getestete Patienten in einem solchen Fall versorgen zu können, wird in Hessen ein Netz aus Zahnarzt-Notfallpraxen aufgebaut. Das berichtete der Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen, Michael Frank.

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