Unter strengen Auflagen sollen ab dem 4. Mai Menschen in Pflegeheimen wieder besucht werden dürfen. FOTO: DPA
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Unter strengen Auflagen sollen ab dem 4. Mai Menschen in Pflegeheimen wieder besucht werden dürfen. FOTO: DPA

Hessen erlaubt Heimbesuche

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Wiesbaden/Berlin- Pflegeheim-besuche und Gottesdienste werden in Hessen unter strengen Hygieneregeln wegen der Corona-Pandemie wieder erlaubt. Man habe entschieden, dass ab dem 1. Mai wieder Gottesdienste möglich seien, Besuche in Pflegeheimen ab dem 4. Mai, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern in Wiesbaden.

Der Besuch in Alten- und Pflegeheimen bleibt laut Landesregierung stark eingeschränkt: Möglich sei ab Montag einmal pro Woche der Besuch durch einen Angehörigen oder eine enge Bezugsperson für eine Stunde. Dabei müsse persönliche Schutzkleidung getragen werden.

Das Land Hessen hatte Mitte März wegen der Corona-Pandemie Gottesdienste verboten. Der Besuch in Krankenhäusern und Heimen war zunächst eingeschränkt und später bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls untersagt worden.

Landessozialminister Kai Klose (Grüne) zufolge muss bei Gottesdiensten und religiösen Zusammenkünften der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Teilnehmern eingehalten werden, es müssten "geeignete weitere Hygienemaßnahmen" wie das Aufstellen von Desinfektionsspendern getroffen werden und es dürften keine Gegenstände wie Kollektenkörbe herumgereicht werden.

Kliniken sollen frei gehaltene Betten belegen

An einen geordneten Schulunterricht wie vor Ausbruch der Corona-Pandemie ist noch nicht zu denken. Doch die Kultusminister der Länder wollen erreichen, dass vor den Sommerferien alle Schüler in Deutschland zumindest tage- oder wochenweise in die Schulen zurückkehren. Infektions-und Gesundheitsschutz hätten "höchste Priorität", heißt es in ihrem Beschluss von gestern. Dies sei "Maßgabe für alle weiteren Schritte". Mit den Eckpunkten - darunter strenge Hygieneregeln und Abstandsgebote - sei aber eine allmähliche Rückkehr zu einem "geordneten Schulbetrieb" möglich. Morgen wollen Bund und Länder über das Konzept beraten. Der Präsident des RobertKoch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat eindringlich an die Bevölkerung appelliert, die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin strikt einzuhalten.

Die Familienminister von Bund und Ländern sprechen sich für einen "behutsamen" Wiedereinstieg in die Kinder-tagesbetreuung in vier Phasen aus. Die vier Phasen umfassen demnach die aktuelle Notbetreuung, eine erweitere Notbetreuung, einen eingeschränkten Regelbetrieb und die Rückkehr zum Normalbetrieb.

Wegen der verlangsamten Ausbreitung des Coronavirus sollen die Krankenhäuser aus Sicht der Bundesregierung ab Mai wieder mehr frei gehaltene Betten mit anderen Erkrankten belegen. Nach fast sechs Wochen Aufschub und Absagen könnten die Kliniken nun wieder mehr planbare Operationen durchführen, heißt es in einem Konzept von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

In Deutschland sind bis Dienstagnachmittag mehr als 157 200 (Vortag: 156 000) Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 6000 (Vortag: 5817) mit dem Erreger SARS-CoV-2 Infizierte starben bislang bundesweit. Das geht aus einer Auswertung der dpa hervor. Die deutsche Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des ifo-Instituts erst Ende nächsten Jahres wieder auf dem Vorkrisenniveau bewegen. dpa

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