Heftiger Gegenwind für Trump

  • vonDPA
    schließen

Washington/Berlin- Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump an der WHO klar hinter die Weltgesundheitsorganisation gestellt. Bei einer von Trump einberufenen Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrieländern (G7) habe Merkel betont, dass die Pandemie nur mit einer starken und koordinierten internationalen Antwort besiegt werden könne, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert nach der Schalte am Donnerstag mit. Hierfür habe Merkel der WHO sowie weiteren Partnern wie der Impfstoffallianz CEPI ("Coalition for Epidemic Preparedness Innovations") und der Globalen Impfallianz GAVI ihre volle Unterstützung ausgesprochen. Demonstrative Unterstützung bekam die WHO auch von 23 Ländern der von Deutschland initiierten "Allianz für Multilateralismus". In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Außenminister nach einer Videokonferenz die Bedeutung der internationalen Organisationen im Kampf gegen die Pandemie. "Wir müssen in unserer Menschlichkeit vereint bleiben", heißt es darin. Bundesaußenminister Heiko Maas sagte, die WHO bleibe "das Rückgrat der internationalen Pandemiebekämpfung". Es ergebe gerade jetzt überhaupt keinen Sinn, die WHO, ihre Funktionsfähigkeit oder ihre Bedeutung infrage zu stellen. "Das ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt", sagte der SPD-Politiker. "Sie zu schwächen wäre nichts anderes, als in einem laufenden Flug den Piloten aus dem Flugzeug zu werfen, und das halten wir nicht für verantwortbar." Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sicherte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in einem Telefonat die volle Unterstützung zu. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einen Stopp der Beitragszahlungen an die WHO veranlasst. Er machte die Organisation für die vielen Toten in der Krise mitverantwortlich und warf ihr vor, die Epidemie mit Missmanagement und Vertrauen auf Angaben aus China dramatisch verschlimmert zu haben. Trumps Schritt stieß international auf Kritik - zudem dem US-Präsidenten selbst vorgeworfen wird, die Krise über eine lange Zeit kleingeredet zu haben. dpa " Mehr im Innenteil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare