Die Hagia Sopia in Istanbul, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Status des berühmten Gebäudes als Museum annulliert. FOTO: DPA
+
Die Hagia Sopia in Istanbul, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Status des berühmten Gebäudes als Museum annulliert. FOTO: DPA

Hagia Sophia wieder Moschee

  • vonDPA
    schließen

Istanbul- Rund 90 Jahre nach der Umwandlung des Istanbuler Wahrzeichens Hagia Sophia in ein Museum durch Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk wird das Gebäude wieder eine Moschee. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete gestern die Öffnung zum islamischen Gebet an. Mit dem Beschluss übergab er die Leitung der "Hagia Sophia Moschee" an die Religionsbehörde Diyanet. Nach dem Willen Erdogans soll die Hagia Sophia bereits in zwei Wochen als Moschee genutzt werden können.

Erdogans Anordnung kam unmittelbar nach einer Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts in Ankara, das den Status der einstigen Kirche als Museum annullierte und damit den Weg für eine Umwandlung in eine Moschee frei machte. Das Gericht begründete seine Entscheidung laut Anadolu damit, dass die Hagia Sophia Eigentum einer von Sultan Mehmet II. gegründeten Stiftung sei. Der Sultan hatte die Hagia Sophia nach der Eroberung Konstantinopels (heute: Istanbul) 1453 in eine Moschee umgewandelt. Griechenland und die russisch-orthodoxe Kirche kritisierten die Entscheidung scharf. Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert nach Christus erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, in der die Kaiser gekrönt wurden. Die UNESCO bedauerte die Umwandlung "zutiefst". dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare