Greift die Notbremse?

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Gerade erst haben sich Bund und Länder auf eine Art Notbremse für das Infektionsgeschehen verständigt - schon tritt der Ernstfall ein. Am Freitag reißen drei Orte in Deutschland die ausgehandelte Obergrenze für Neuinfektionen: Der Kreis Greiz in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und der Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein. Was geschieht nun?

?Wie funktioniert die Obergrenze?

Wenn es in Landkreisen oder kreisfreien Städten innerhalb von sieben Tagen 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gibt, sollen die Länder sicherstellen, dass "sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept" entwickelt wird.

?Und wenn der Ausbruch nur lokal begrenzt ist?

"Bei einem lokalisierten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, zum Beispiel in einer Einrichtung, kann dieses Beschränkungskonzept nur diese Einrichtung umfassen." Das könnte zum Beispiel heißen, dass ein Altenheim isoliert wird. Bei "einem verteilten regionalen Ausbruchsgeschehen und unklaren Infektionsketten" sollen regional wieder Beschränkungen eingeführt werden. "Diese Maßnahmen müssen aufrechterhalten werden, bis dieser Wert mindestens sieben Tage unterschritten wird" - gemeint ist die 50-Infektionen-Grenze.

?Wie wird jetzt in den betroffene Gebieten reagiert?

Im Kreis Greiz - der Region mit der bundesweit höchsten Quote an Neuinfektionen - sind den Angaben zufolge vor allem Pflegeheime betroffen. Vergangenes Wochenende wurde deswegen ein Massentest durchgeführt, der zahlreiche Infektionen bei Bewohnern und Personal zutage brachte. So könnten die in Thüringen geplanten Lockerungen bei Besuchen in Alten- und Pflegeheimen für den Landkreis ausfallen. Nach Feststellung von über 100 Neuinfektionen in einem Schlachtbetrieb in Coesfeld im Münsterland werden im Kreis mehrere für den Montag vorgesehen Lockerungen eine Woche verschoben. dpa

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