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In USA Gedenken an Terroropfer

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Mit Andachten und Schweigeminuten haben viele Menschen in den USA der fast 3000 Todesopfer bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gedacht. US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump legten gestern im Weißen Haus eine Schweigeminute ein, anschließend nahmen sie im Pentagon an einer Gedenkveranstaltung teil. Trump drohte dabei potenziellen künftigen Angreifern mit verheerender Vergeltung: "Wir streben keinen Konflikt an. Aber wenn irgendwer es wagt, unser Land anzugreifen, werden wir darauf mit dem gesamten Ausmaß amerikanischer Macht und dem eisernen Willen des amerikanischen Geistes antworten."

El-Kaida-Chef droht

Islamistische Terroristen hatten am 11. September 2001 vier Flugzeuge gekapert. Um 8.46 Uhr (Ortszeit) steuerten sie das erste, American-Airlines-Flug 11, in den Nordturm des World Trade Centers in New York. Ein weiteres kurze Zeit später in den Südturm. American-Airlines-Flug 77 lenkten sie in den südwestlichen Teil des US-Verteidigungsministeriums in Washington. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Menschen an Bord Widerstand gegen die Entführer leisteten. Der Drahtzieher vom 11. September, El-Kaida-Chef Osama Bin Laden, wurde schließlich 2011 bei einem US-Militäreinsatz getötet.

Sein Nachfolger Aiman al-Sawahiri rief unterdessen seine Anhänger weltweit zu Angriffen gegen die USA, Israel und ihre Verbündeten auf. In einer gestern verbreiteten Videobotschaft verlangte er Vergeltung für deren "Verbrechen" gegen die Palästinenser. Amerika verstehe nur die Sprache der Gewalt. Wie sein Vorgänger lebt der Ägypter im Untergrund. In dem rund 30-minütigen Video, das mit englischen Untertiteln versehen ist, rühmt al-Sawahiri die Anschläge vom 11. September als "gesegnet".

Am früheren World Trade Center in New York, wo damals die Zwillingstürme einstürzten und heute unter anderem eine Gedenkstätte steht, wurden die Namen der Opfer vorgelesen und Schweigeminuten eingehalten. Schon in der Nacht zuvor waren zwei blaue Lichtstrahlen in den Himmel projiziert worden - genau dort, wo die Türme standen.

Auch bei der NATO in Brüssel gab es eine Gedenkzeremonie. Generalsekretär Jens Stoltenberg erinnerte daran, dass nach dem Terrorangriff zum ersten und bislang einzigen Mal in der Bündnisgeschichte der Artikel 5 aktiviert wurde, nach dem ein bewaffneter Angriff auf ein NATO-Mitglied als Angriff gegen alle Mitglieder gewertet wird. Dies führte dazu, dass Deutschland und zahlreiche andere NATO-Staaten sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation El-Kaida in Afghanistan beteiligten. "Einer für alle und alle für einen", sagte Stoltenberg. "Am 11. September haben Terroristen die Zwillingstürme zerstört, aber sie werden niemals unsere Lebensweise und unsere freien und offenen Gesellschaften zerstören." (dpa/Foto: dpa)

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