Gastgewerbe befürchtet Pleitewelle

  • vonDPA
    schließen

Berlin/Washington/Rom- Spitzenverbände der Wirtschaft in Deutschland forderten am Wochenende einen klaren Fahrplan für weitere Lockerungen. Vor allem im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe droht wegen der Corona-Krise nach Darstellung der Branche etwa jedem dritten Betrieb die Pleite. Rund 70 000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden vor der Insolvenz, warnte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Sonntag. Den gut 223 000 Betrieben gingen bis Ende April rund zehn Milliarden Euro Umsatz verloren. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) stellt Hilfen in Aussicht.

Der Verband fordert eine verantwortungsvolle Öffnung von Restaurants und Cafés, die Absenkung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent und einen staatlichen Rettungs-Fonds mit Direkthilfen für Betriebe, ähnlich der Dürre-Hilfen für Landwirte 2018. Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie hat ein umfassendes Konjunkturprogramm gefordert. Verbandspräsidentin Ingeborg Neumann sagte der dpa, sie könne der Idee sehr viel abgewinnen, Einkaufs- beziehungsweise Konsumgutscheine mit einer zeitlich befristeten Gültigkeit auszugeben.

Masken für Paris

Unterdessen machte US-Präsident Trump erneut China für die weltweite Pandemie verantwortlich. Das Virus hätte in der Volksrepublik "gestoppt"" werden können, sagte Trump am Samstagabend im Weißen Haus. "Das ist nicht geschehen, und die ganze Welt leidet deswegen." Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf die amerikanischen Geheimdienste, dass das Virus aus einem Forschungslabor der Millionenstadt Wuhan stammen könnte. Der Chef des Labors, Yuan Zhiming, sagte im chinesischen Staatsfernsehen: "Das Virus ist auf keinen Fall von uns gekommen."

Nach fast sieben Wochen Corona-Isolation wächst der Druck auf die Regierung in Italien, Kinder nach draußen zu lassen. Eltern starteten zudem Petitionen, damit die Schulen nicht erst im September zum neuen Schuljahr wieder geöffnet werden. In Frankreich sollen im Rahmen der Lockerungen der Beschränkungen Besuche in Alten- und Pflegeheimen wieder erlaubt werden. In Paris sollen zum Schutz gegen den Coronavirus etwa zwei Millionen Masken kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden. Im Corona-Hotspot Spanien bleiben Aktivitäten im Freien wegen des Virus bis zum 9. Mai tabu. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte eine Verlängerung der strikten Ausgangssperre um weitere zwei Wochen an. dpa

" Mehr im Innenteil

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare