Flagge zeigen gegen Rassismus

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Hanau/Berlin- Mehrere Tausend Menschen haben am Sonntag in Hanau der Opfer des mutmaßlich rassistischen Anschlags gedacht und ein Zeichen gesetzt für Toleranz und Menschlichkeit. "Wichtig ist für uns, Flagge zu zeigen. Gegen Terror, Fremdenfeindlichkeit und antimuslimischen Rassismus", sagte Mitorganisator Teyfik Oezcan. Nach Schätzungen der Polizei liefen bis zu 10 000 Menschen vom Tatort Kurt-Schumacher-Platz in der Innenstadt. Dort gab es eine Kundgebung, an der Angehörige der Opfer, der türkische Botschafter Ali Kemal Aydin, Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sowie Vertreter verschiedener Religionen teilnahmen.

Bereits am Samstag waren in Hanau rund 6000 Menschen gegen Hetze auf die Straße gegangen, auch in Marburg demonstrierten etwa 4000 Menschen. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Cem Özdemir, hatte in Hanau zusammen mit Vertretern der Kurdischen Gemeinde Deutschlands einen Kranz niedergelegt. Hanau plant zudem eine zentrale Trauerfeier für die Opfer.

Der Opferbeauftragte der Bundesregierung, Edgar Franke, sagte zu, dass die engsten Angehörigen in einigen Tagen eine Soforthilfe von 30 000 Euro erhalten werden.

Derweil reißt die Debatte um eine Mitverantwortung der AfD an rechtsextremer Gewalt nicht ab. In einer von der "Bild am Sonntag" veröffentlichten Umfrage vertraten 60 Prozent der Befragten die Ansicht, dass die Partei eine Mitverantwortung trägt. Grünen-Chef Robert Habeck sprach sich für eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz aus. Das hessische Landeskriminalamt warnte am Wochenende vor Falschinformationen. Es gebe derzeit "vermehrt Spekulationen über den Tathergang des Anschlags", teilte das LKA mit. Diese tauchten aus verschiedenen Quellen in den sozialen Medien auf. Unterdessen hat das Bundeskriminalamt ein Hinweisportal online gestellt. Um das Tatgeschehen lückenlos aufzuklären, wurden Zeugen gebeten, Videos und Fotos hochzuladen. dpa/AFP " Seite 3

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