"Es ist etwas Unumkehrbares passiert"

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Für die Tageszeitung "Diena" war es ein "Urknall": Fünf Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung von der Sowjetunion wurde in Lettland am 4. Mai 1995 ein im Volksmund als "Monster" bezeichnetes Gebäude der russischen Armee gesprengt. In zwölf Sekunden fiel das nicht fertiggestellte 19-stöckige Haus in sich zusammen, das Teil der etwa 120 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Riga gelegenen Radarstation in Skrunda war. "Ich erinnerte mich an den Moment, als der Radarturm explodierte und der Wind den Staub in Richtung Stadt blies, wo die Leute dies mit Begeisterung begrüßten", erinnerte sich Ints Folkmanis gestern im lettischen Rundfunk. Noch einige Tage lang hätten "besondere Gefühle" geherrscht. "Es ist etwas Unumkehrbares passiert." Russland hatte im August 1994 seine Truppen aus Lettland abgezogen, mit der lettischen Regierung jedoch vereinbart, Teile des Raketen-frühwarnsystems noch bis 1998 nutzen zu können. Der markante Radarturm befand sich noch im Bau, als Lettland im Herbst 1991 seine Souveränität wiedererlangte. Zuvor hatte das heutige EU- und NATO-Land am 4. Mai 1990 einen Beschluss zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit von der Sowjetunion gefasst.

Folkmanis war damals als Vertreter der Kommission, die über das Schicksal des 117 Meter hohen Gebäudes entschieden hatte, bei der Sprengung dabei. 360 Kilogramm Sprengstoff wurden eingesetzt. Die Kosten seien zum großen Teil von der US-Regierung getragen worden, sagte Folkmanis. dpa

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