Bodo Ramelow

Der etwas andere Linke

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Mehr als vier Monate nach der Landtagswahl hat es der Linke-Politiker Bodo Ramelow am Mittwoch nach einer Zitterpartie im dritten Wahlgang mit den 42 Stimmen seiner rot-rot- grünen Wunschkoalition geschafft. Der 64-Jährige, der 2014 erster Ministerpräsident der Linken in Deutschland wurde, hat bei der Wahl zum Schluss alles auf eine Karte gesetzt. So kündigte er am Mittwoch überraschend an, dass er die CDU-Abgeordneten um Stimmenthaltung bitten wolle - dabei fehlen seinem Dreierbündnis vier Stimmen für eine eigene Mehrheit. Damit setzte Ramelow keinen der Christdemokraten dem Verdacht aus, mit seiner Stimme gegen den CDU-Beschluss verstoßen zu haben.

Ramelow stammt aus Niedersachsen und kam nach dem Mauerfall als Gewerkschafter von Hessen nach Thüringen. In Gießen hat er Spuren hinterlassen - als kämpferischer Gewerkschafter, der bei Karstadt den Kaufmannsberuf lernte. Er bezeichnet sich als Sozialist und Christ. Ramelow hat keine SED-Vergangenheit und vermied als Chef einer rot-rot-grünen Landesregierung in den vergangenen Jahren alles, was ihn auch nur in den Ruf eines Parteisoldaten bringen könnte. Stattdessen kultivierte er sein Image als Landesvater - und gewann damit als erster Linker am 27. Oktober 2019 eine Landtagswahl. dpa

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