Erste Schulen schon wieder zu

  • vonDPA
    schließen

Berlin/Schwerin- Nur fünf Tage nach Beginn des neuen Schuljahrs sind am Freitag in Mecklenburg-Vorpommern zwei Schulen bereits wieder geschlossen worden. Eine Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) bleibt wegen eines mit Corona infizierten Schülers zwei Wochen zu, ein Gymnasium in Ludwigslust mit rund 800 Schülern wird bis einschließlich Mittwoch kommender Woche geschlossen, nachdem eine Lehrerin positiv getestet wurde.

Der Deutsche Lehrerverband forderte angesichts der Schließungen im Nordosten angepasste Hygienemaßnahmen in den Schulen in ganz Deutschland, die über die bisherigen Konzepte hinausgehen. Seiner Ansicht nach sollten alle dem Weg Nordrhein-Westfalens folgen, das als einziges Bundesland bisher eine Maskenpflicht für ältere Schüler auch im Unterricht plant.

Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg äußerte sich kritisch zu dem Vorgehen in Mecklenburg-Vorpommern. "Wenn ein Schüler oder ein Lehrer infiziert ist, darf es auf keinen Fall dazu führen, dass sofort die ganze Schule zugemacht wird", sagte er.

1149 neue Fälle bundesweit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. Zuletzt hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neu-infektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Freitagmorgen hieß. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht.

Paare ohne Trauschein, die in verschiedenen Ländern leben, können sich trotz strenger Corona-Regeln bald wieder sehen. Deutschland hebt die Reisebeschränkungen für die Betroffenen zur kommenden Woche auf, teilte das Innenministerium mit.

Angesichts der Rückreise vieler Sommerurlauber nach Deutschland werden Rufe nach weiteren Maßnahmen laut - über die heute greifende neue Testpflicht hinaus. Der CDU-nahe Wirtschaftsrat forderte ein Verbot privater Reisen in Länder mit hohen Fallzahlen - Politiker von SPD und FDP lehnten dies ab.

Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, sagte: "Reisen in Risikogebiete müssten konsequenterweise auch untersagt werden." Das Reiserecht könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen sonst ein erneuter Lockdown drohe. Das Arbeits- und Schulleben ein zweites Mal herunterzufahren, könne sich Deutschland "nur unter erheblichsten Schwierigkeiten noch mal leisten". dpa " Seite 5

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare