Im Kampf gegen das Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump jetzt auch Einreisestopps für Reisende aus Europa verhängt. Die drastische Maßnahme drückt auf die Stimmung im transatlantischen Verhältnis. FOTO: DPA
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Im Kampf gegen das Coronavirus hat US-Präsident Donald Trump jetzt auch Einreisestopps für Reisende aus Europa verhängt. Die drastische Maßnahme drückt auf die Stimmung im transatlantischen Verhältnis. FOTO: DPA

Empörung über EU-Bann

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Washington/Berlin- Wegen der Ausbreitung des Coronavirus schließen die USA ihre Grenzen für Ausländer aus Europa und haben damit auf der anderen Seite des Atlantiks Empörung ausgelöst. "Wir werden alle Reisen von Europa in die USA für die nächsten 30 Tage aussetzen", sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwochabend im Weißen Haus in einer Ansprache an die Nation.

Aus einer Proklamation geht hervor, dass die Maßnahme den Schengenraum betrifft. Großbritannien und Irland sind damit von der Regelung ausgenommen. Aus dem Schengenraum rückkehrende Amerikaner müssen sich Tests unterziehen und sind nach Angaben von Vizepräsident Mike Pence angehalten, sich freiwillig in 14-tägige Heimquarantäne zu begeben. Die Maßnahme gilt laut Weißem Haus ab 23.59 Uhr am Freitag (4.59 Uhr MEZ am Samstag).

Ohne Rücksprache

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel, erklärten, die US-Entscheidung sei einseitig und ohne Rücksprache getroffen worden. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hat den Einreisestopp und eine damit verbundene Schuldzuweisung an Europa kritisiert.

Die CDU hat ihren für den 25. April geplanten Parteitag zur Neuwahl eines Vorsitzenden wegen der Coronavirus-Gefahr verschoben. Auch die AfD wird ihren für den 25. April geplanten Bundesparteitag verschieben.

In Deutschland sind im Kampf gegen das Coronavirus weiterhin keine großflächigen Schulschließungen geplant. Nach einem Treffen der Ministerpräsidenten der Bundesländer am Donnerstag in Berlin verwies Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf die Zuständigkeit der Bundesländer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bevölkerung wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus aufgefordert, wo immer möglich auf Sozialkontakte zu verzichten. Auch "alle nicht notwendigen" Veranstaltungen mit weniger als 1000 Teilnehmern sollten abgesagt werden, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstagabend. Um die Krankenhäuser in Deutschland für Corona-Patienten freizuhalten, sollen nach dem Willen von Bund und Ländern alle planbaren Operationen und Eingriffe verschoben werden.

In Hessen hat sich die Zahl der Infektionen innerhalb eines Tages verdoppelt. Bis Donnerstagnachmittag waren 91 SARS-CoV-2-Fälle bestätigt. Sozialminister Kai Klose (Grüne) kündigte an, dass das Land die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern anordnen will. Hessen stellt seine Abiturienten wegen der Corona-Pandemie vom Unterricht frei. Die als Vorsichtsmaßnahme gedachte Regelung gilt vom kommenden Montag an bis zum Beginn der Osterferien, wie ein Sprecher des Kultusministeriums am Donnerstag sagte. dpa

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