Die Ansprache von George Floyds Nichte Brooke Williams bewegte die Trauergemeinde. FOTO: AFP
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Die Ansprache von George Floyds Nichte Brooke Williams bewegte die Trauergemeinde. FOTO: AFP

Emotionale Trauerfeier

  • vonDPA
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Houston- Gut zwei Wochen nach seinem Tod bei einem brutalen Polizeieinsatz haben die Angehörigen und Hunderte Ehrengäste Abschied von dem Afroamerikaner George Floyd genommen. Vor der Beisetzung kam die Gemeinde am Dienstag in der Kirche "The Fountain of Praise" in Houston im US-Bundesstaat Texas bei einer berührenden Trauerfeier zusammen.

Der designierte demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden drückte seine Anteilnahme in einer Videobotschaft aus, die in der Kirche gezeigt wurde. Biden rief zur Überwindung von Rassismus auf. Amerika habe keine andere Wahl, als es in Zukunft besser zu machen. "Wir können die Wunden dieser Nation heilen", sagte Biden.

Bereits am Montag waren Tausende zu Floyds aufgebahrtem Leichnam in die Kirche in Houston geströmt. Floyd war in der texanischen Metropole aufgewachsen. Auch am Dienstag nahmen noch Menschen Abschied. Auf der Bühne standen zwei Bilder Floyds, die ihn mit Engelsflügeln und einem Heiligenschein zeigten. Ein Künstler malte während der von Gospel-Musik begleiteten Zeremonie ein weiteres Porträt von ihm.

Floyd war am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Ein weißer Polizeibeamter hatte sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken des am Boden liegenden Mannes gedrückt - trotz seiner wiederholten Bitten, ihn atmen zu lassen. Floyds Tod löste Massenproteste gegen systematischen Rassismus und Polizeigewalt aus.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich nicht zu der Trauerfeier, stattdessen griff er einen verletzten Demonstranten per Twitter an. Trump hat Floyds Tod mehrfach verurteilt. Ihm wird aber vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren und nicht genug Verständnis für den Zorn im Land zu zeigen.

Floyds Nichte Brooke Williams sagte beim Gottesdienst: "Keine Hassverbrechen mehr, bitte. Jemand hat gesagt: ›Make America Great Again‹. Aber wann war Amerika jemals großartig?" Sie bezog sich auf Trumps zentralen Wahlkampfslogan 2016. Williams bekam für ihre Worte viel Applaus. Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, kündigte ein Verbot von Würgegriffen und andere Maßnahmen gegen Polizeigewalt an. "In dieser Stadt werden wir Deeskalation verlangen. In dieser Stadt wird man eine Warnung geben müssen, bevor man schießt", sagte Turner.

Der US-Bürgerrechtler William Lawson hat bei der Trauerfeier zur Abwahl von Trump aufgerufen. Der Kampf zur Überwindung von Rassismus dürfe nach der Beisetzung von George Floyd nicht aufhören, sagte der emeritierte Pastor. "Wir können sicherstellen, dass wir den Kampf nicht stoppen." Unter dem Beifall der Trauergäste fügte Lawson hinzu: "Natürlich müssen wir als erstes das Weiße Haus ausfegen." Trumps Namen nannte er dabei nicht. dpa " Seite 5

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