"Ein trauriger Meilenstein"

Washington- Präsident Donald Trump hat die nunmehr 100 000 Corona-Todesfälle in den USA als "sehr traurigen Meilenstein" bezeichnet. Er sprach den Hinterbliebenen der Verstorbenen am Donnerstag im Online-Dienst Twitter sein "tief empfundenes Mitgefühl" aus. Trump äußerte sich erst 16 Stunden nachdem die Johns-Hopkins-Universität das Überschreiten der Marke von 100 000 Opfern gemeldet hatte. Für sein anfängliches Schweigen wurde er scharf kritisiert worden.

Die Johns-Hopkins-Universität hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass die Zahl der Todesopfer durch die Coronavirus-Pandemie in den USA nun bei über 100 000 liege. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle stieg auf rund 1,7 Millionen.

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Für seinen Umgang mit der Epidemie war Trump immer wieder kritisiert worden. Er hatte zwar wiederholt erklärt, jeder Corona-Todesfall sei tragisch. Ihm wurde jedoch vorgeworfen, sich mehr um die Wirtschaft des Landes zu sorgen. Während am Mittwoch viele US-Politiker angesichts der jüngsten Entwicklung der Todeszahlen ihr Beileid und ihre Betroffenheit ausdrückten, twitterte Trump über andere Themen.

In Brasilien, dem zweitstärksten von der Pandemie betroffenen Land, stieg die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden zum fünften Mal um mehr als tausend an, seitdem sich die Krise dort vor einer Woche zugespitzt hatte. Der Bundesstaat São Paulo verlängerte die Ausgangsbeschränkungen bis zum 15. Juni.

Die britische Regierung versucht, mit einem neuen System der Rückverfolgung von Infektionen die Lockerungen in England abzufedern. Bei dem "Test and Trace"-System ermitteln 25 000 Mitarbeiter - unterstützt von weiteren rund 27 000 Mitarbeitern in Kliniken und Testeinrichtungen - seit Donnerstag die Kontaktpersonen infizierter Menschen.

Weltweit stieg die Zahl der von den Behörden registrierten Corona-Toten auf mehr als 355 700, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP ergab; mehr als 5,7 Millionen Menschen steckten sich mit dem neuartigen Virus an. dpa/AFP " Seite 4

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