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Trump war als erster US-Präsident bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern.

March for Life in Washington

Trump als erster Präsident bei Abtreibungsgegner-Demo: „Jede Person ...“

Donald Trump trat bei einer Kundgebung von Abtreibungsgegnern auf. Der Auftritt könnte ihm weit mehr bringen, als nur ein paar Wählerstimmen.

  • US-Präsident Donald Trump sprach bei einer Kundgebung von Abtreibungsgegnern.
  • Er forderte ein neues Gesetz zum Verbot von Spätabtreibungen.
  • In der Vergangenheit äußerte er sich anders zur Abtreibungs-Debatte.

Update vom 25. Januar 2020: US-Präsident Donald Trump hat sich als erster Präsident an einer Demonstration von Abtreibungsgegnern beteiligt. Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger, die sich trotz ähnlicher Überzeugung wie die Demonstranten dennoch von der Märschen fernhielten. Aber nicht nur dazu steht Trumps Aktion im Gegensatz - sondern auch zu seinen eigenen Aussagen. 1999 hatte Trump sich noch erklärt: „Ich bin für die Wahlfreiheit in jeder Beziehung.“

Auf der Demonstration 2020 scheint diese Wahlfreiheit keine große Rolle mehr zu spielen. Jedes Leben, jede Person, erklärte der Präsident für schützenswert. „Jedes Leben bringt Liebe in diese Welt. Jedes Kind bringt Freude in eine Familie. Jede Person ist es wert, geschützt zu werden.“ Kritiker könnten schließen, dass der US-Präsident damit vor allem amerikanische Leben meint. Denn unter Trumps umstrittener Grenzpolitik zu Mexiko wurden Hunderte Kinder von ihren Eltern getrennt*, teils schwerst traumatisiert. Helfen dürfte dem US-Präsidenten die Beteiligung an der Demonstration hingegen nicht nur für die anstehende Präsidentschaftswahl, sondern auch bei dem aktuellen Impeachment-Prozess

Unter den Republikanern im Senat, die sich öffentlich hinter den US-Präsidenten stellen. Sie gelten vor allem als rechtskonservativ und in diesem Selbstverständnis als Abtreibungsgegner. Unter ihnen ist womöglich Trumps stärkster Unterstützer im Ausschuss, Doug Collins, er gilt als ranghöchster Republikaner im aktuellen Verfahren und steht am hart rechten Rand. Er gilt als entschlossener Abtreibungsgegner. Das Amtsenthebungsverfahren gilt aufgrund Trumps starker Unterstützung im Senat bereits als gescheitert.

Trump als erster Präsident bei Kundgebung von Abtreibungsgegnern - er fordert neues gesetzliches Verbot

Ursprungsmeldung vom 24. Januar: 

Washington - Als erster US-Präsident in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist Donald Trump am Freitag bei einer traditionellen Kundgebung von Abtreibungsgegnern in Washington aufgetreten. „Ungeborene Kinder hatten noch nie einen stärkeren Verteidiger im Weißen Haus“, sagte der Republikaner beim „March for Life“ (deutsch: „Marsch für das Leben“), der seit 1974 jedes Jahr in der US-Hauptstadt stattfindet. „Jedes Kind ist ein heiliges und wertvolles Geschenk Gottes.“ 

Trump bei March of Life mit Vorwürfen gegen Demokraten

Den Demokraten warf Trump* unter dem Applaus Tausender Kundgebungsteilnehmer vor, „die radikalsten und extremsten Positionen“ in der Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche einzunehmen. Der Auftritt im Zentrum Washingtons fand kurz vor der Fortsetzung des Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump* im nahe gelegenen US-Senat statt. 

Trump stellt sich im November zur Wiederwahl und baut dabei auch auf die Stimmen konservativer Christen. „Sie sind hinter mir her, weil ich für Euch kämpfe, und wir kämpfen für diejenigen, die keine Stimme haben, und wir werden gewinnen, weil wir wissen, wie wir gewinnen können“, sagte Trump. „Gemeinsam sind wir die Stimme der Stimmlosen.“ 

Trump fordert bei March of Life Gesetz zum Verbot von Spätabtreibungen

Der Präsident fügte hinzu: „Jedes Menschenleben - geboren und ungeboren - ist nach dem heiligen Bild des allmächtigen Gottes geschaffen.“ Er habe den Kongress aufgefordert, Gesetze zum Verbot von Spätabtreibungen zu verabschieden. In der Vergangenheit hatte Trump sich dafür ausgesprochen, die Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch den Frauen zu überlassen. 

Während des Wahlkampfes 2016 änderte Trump seine Haltung und erklärte, er trete für den Schutz des ungeborenen Lebens ein. Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist in den USA hoch umstritten. Ein Grundsatzurteil des Supreme Courts von 1973, das unter dem Kürzel „Roe v. Wade“ bekannt ist, legalisiert Abtreibungen. Trump und viele seiner Republikaner treten dafür ein, dieses Urteil neu aufzurollen.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

dpa/nai

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