Ab Dienstag gilt’s: Kitas weiten Betreuung aus

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Auf dem mühsamen Weg heraus aus der Corona-Krise hin zu etwas mehr Normalität im Alltag ist der kommende Dienstag (2. Juni) für Eltern kleiner Kinder ein wichtiges Datum: Dann nehmen die Kitas in Hessen den "eingeschränkten Regelbetrieb" auf. Was kommt auf Eltern, Kinder und Kita-Beschäftigte zu? Einige Fragen und Antworten im Überblick:

?Worum geht es bei den Änderungen?

Wochenlang gab es wegen der Corona-Pandemie nur für bestimmte Kinder eine Notbetreuung in den Kitas, beispielsweise wenn ein Elternteil einen systemrelevanten Beruf ausübt und der andere Elternteil ebenfalls berufstätig war. Der Kreis wird nun erweitert. Aber eine reguläre Kita-Betreuung für alle Kinder bedeutet der "eingeschränkte Regelbetrieb" nicht.

?Warum werden nicht alle Kitas für alle Kinder geöffnet?

Das zuständige Sozialministerium verweist darauf, dass sich das Land noch immer in der Corona-Pandemie befinde und es trotz aller erreichten Fortschritte weiter Ziel sein müsse, die Verbreitung des Coronavirus einzuschränken. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, wird auf eine allgemeine Öffnung für alle verzichtet und die Ausweitung der Betreuung nur unter zahlreichen Auflagen erlaubt.

?Welchen Standpunkt vertritt die Landesregierung?

Das Sozialministerium will nicht alle 4300 Kitas im Land, in denen normalerweise rund 278 000 Kinder betreut werden, mit ihren unterschiedlichen Raum- und Personalgrößen über einen Kamm scheren und verfolgt daher einen dezentralen Ansatz. Aus ihrer Sicht sind beispielsweise mit Blick auf die notwendigen Hygienemaßnahmen und die jeweilige Mitarbeiterzahl so viele Dinge zu berücksichtigen, dass am besten konkret die Verantwortlichen vor Ort entscheieden können, in welchem Umfang und mit welchen Kapazitäten der Kita-Betrieb erweitert werden kann.

?Was sagen die Kritiker zu den Plänen?

Nach Ansicht der oppositionellen SPD ist der "eingeschränkte Normalbetrieb" nichts anderes als eine Notfallbetreuung. Zudem würden Entscheidungen auf die kommunale Ebene geschoben. Sozialminister Kai Klose (Grüne) hätte gemeinsam mit den Trägern der Einrichtungen einen für ganz Hessen verbindlichen Rahmenplan entwickeln müssen, in dem die Regeln für die Wiederaufnahme der Kinderbetreuung definiert werden. Andere Bundesländer seien hierzu in der Lage gewesen - Hessen nicht, kritisiert die SPD-Landtagsfraktion. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW) sieht die Gefahr, dass Probleme und Konflikte auf das pädagogische Personal abgewälzt werden.

?Wie erfahren Eltern, ob sie ihre Kinder in die Kita bringen dürfen?

Die Eltern sollen sich laut Sozialministerium direkt an den Träger ihrer Kita oder das örtliche Jugendamt wenden.

?Wie wird der neue Alltag aussehen?

Die Verordnung gibt eine Richtschnur vor, an die sich Eltern, Kinder und die Kitas halten müssen. Im Mittelpunkt: die Hygiene. So ist gründliches Händewaschen für Kinder und Beschäftigte Pflicht, beispielsweise nach dem Betreten der Kita, vor und nach dem Essen, vor und nach dem Toilettengang und vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen einer Schutzmaske. Die Kinder sollen altersgerecht die Hygieneregeln lernen und spielerisch lernen, wie sie sich am besten ihre Hände waschen.

?Müssen Kinder und Kita-Personal eine Maske tragen?

Nein, eine Vorschrift für die Zeit des Aufenthalts gibt es nicht. Wohl aber eine Empfehlung für Situationen, etwa wenn sich ein Kind erbrochen hat und von Erzieherinnen und Erziehern gereinigt werden muss.

?Wie ist das mit der Abstandsregelung?

Von Kindern unter sechs Jahren kann nach Ansicht des Sozialministeriums nicht verlangt werden, sich an exakte Abstandsregeln zu halten. Wohl aber sollen Erwachsene untereinander und nach Möglichkeit auch mit Kindern beispielsweise beim gemeinsamen Essen das Mindestabstandsgebot von 1,50 Meter beachten. Es soll keine Berührungen, Umarmungen und kein Händeschütteln von Erwachsenen geben; bei Kindern soll dies "so weit wie möglich und vermittelbar" vermieden werden.

?Was müssen Eltern beachten, wenn sie ihr Kind bringen?

Beim Bringen und Abholen sollen sich möglichst wenige Eltern begegnen und deshalb die Zeiten entsprechend gestaffelt werden. Am besten sollen sie - je nach Alter des Kindes - die Einrich- tung überhaupt nicht betreten und wenn, dann nur mit Maske.

?Ein Kinder oder eine Erzieherin wird krank. Was passiert?

Kinder und Kita-Beschäftigte müssen bei Krankheitsanzeichen wie Fieber, trockener Husten, Halsschmerzen, Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall zu Hause bleiben. Kinder dürfen zudem nicht in die Kita gebracht werden, wenn ein Angehöriger des gleichen Hausstands Krankheitssymptome aufweist oder in Kontakt zu infizierten Personen steht oder seit dem Kontakt mit Infizierten weniger als 14 Tage vergangen sind. Bei akut auftretenden Krankheitsanzeichen soll ein Kind in einen eigenen Raum gebracht, separat betreut und möglichst schnell von den Eltern abgeholt werden. dpa

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