In der Coronavirus-Krise führt Deutschland am Montag umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark ein. FOTO: DPA
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In der Coronavirus-Krise führt Deutschland am Montag umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark ein. FOTO: DPA

Deutschland riegelt Grenzen ab

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Die Coronavirus-Pandemie trifft Europa mit voller Wucht: Das öffentliche Leben kam am Wochenende in immer mehr Ländern zum Erliegen. Heute bleiben hierzulande erstmals flächendeckend Schulen und Kitas wegen des Coronavirus geschlossen. Auch der Grenzverkehr wird deutlich eingeschränkt

Im Bahnverkehr, an der Grenze, in den Schulen: Das Coronavirus legt das öffentliche Leben in Deutschland zunehmend lahm. Von Montag an werden in Deutschland Schulen und Kitas geschlossen bleiben. Und wie andere Länder auch hat Deutschland beschlossen, seine Grenzen zumindest teilweise zu schließen. Viele Bundesländer untersagen außerdem größere Veranstaltungen - und die Bahn will den Regionalverkehr reduzieren.

"Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Sonntagabend in Berlin. Die Entscheidung werde an diesem Montag ab 8 Uhr greifen. "Die Ausbreitung des Coronavirus schreitet schnell und aggressiv voran. Wir müssen davon ausgehen, dass der Höhepunkt dieser Entwicklung noch nicht erreicht ist", so Seehofer. "Deutsche Staatsangehörige haben selbstverständlich das Recht, wieder in ihr Heimatland einzureisen." Ausgenommen seien auch der Warenverkehr und der Verkehr von Pendlern.

Die wochenlange Schließung von Schulen und Kitas in Deutschland stellt derweil Millionen Eltern und ihre Arbeitgeber vor beispiellose Probleme. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verteidigte die Maßnahme am Sonntag als notwendig im Kampf gegen das Coronavirus. Zugleich appellierte er an Firmenchefs und Behördenleiter, zusammen mit ihren Mitarbeitern unbürokratische und einvernehmliche Lösungen für die Kinderbetreuung zu finden, so dass den Eltern keine Lohneinbußen drohen.

Um die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 zu verlangsamen, untersagten mehrere Bundesländer außerdem Versammlungen unterschiedlicher Größe. So verbot etwa Berlin Veranstaltungen ab 50 Personen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntagabend für Deutschland über 4800 Coronavirus-Fälle, es gab bis zum Nachmittag bundesweit zwölf Tote.

Die Deutsche Bahn will in den kommenden Tagen ihren Regionalverkehr deutlich einschränken. Damit reagiere das Unternehmen auf die geringe Zahl an Fahrgästen in Folge der Coronavirus-Krise, sagte eine Sprecherin.

Ausgangssperre in Österreich

Viele europäische Länder schränkten das öffentliche Leben stark ein. In Österreich gilt wegen der Pandemie fast eine Ausgangssperre. Nur aus triftigen Gründen sollen die knapp neun Millionen Einwohner noch ihre Häuser verlassen, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Frankreich schloss alle Restaurants, Läden und Bars. Apotheken, Lebensmittelgeschäfte und Banken sollten aber geöffnet bleiben, kündigte Premierminister Édouard Philippe am Samstag an. Laut Gesundheitsbehörden zählte Frankreich am Samstag 4500 Fälle, am Vortag waren es 3661. Es seien 91 Tote zu verzeichnen.

Auch die knapp 47 Millionen Bewohner Spaniens müssen möglichst zu Hause bleiben. Im Rahmen eines Alarmzustands wurden die meisten Läden geschlossen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr um rund 50 Prozent reduziert. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am stärksten betroffene Land Europas. Italien hat am Sonntag 368 weitere Todesfälle durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Es ist der höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Zählungen. Damit seien in Italien inzwischen 1809 Menschen an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Die Gesamtzahl der Coronavirus-Infektionen stieg den Angaben zufolge auf knapp 25 000.

Das Coronavirus breitet sich zunehmend auch in Afrika aus. Die Konsequenz: Staaten wie Namibia oder Madagaskar streichen Flüge, schließen Schulen oder schließen ihre Häfen für Kreuzfahrtschiffe.

Weltweit sind mittlerweile mehr als 6000 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. " Mehr im Innenteil

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