Hochgeräumte Stühle in einem leeren Klassenzimmer: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. FOTO: DPA
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Hochgeräumte Stühle in einem leeren Klassenzimmer: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. FOTO: DPA

Denkanstöße zu Lockerungen

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Berlin- Wegen der Corona-Krise wird Ostern 2020 noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der leeren Kirchen. Auch Straßen und Parks waren trotz viel Sonne längst nicht so voll wie sonst. Immer noch gilt: Abstand halten. Die meisten Leute folgen den Vorgaben. Nur: Wie lange dauert das alles noch? Die Wissenschaftsakademie Leopoldina plädierte gestern für einen "realistischen" Zeitplan zurück zur Normalität und empfahl eine schrittweise Öffnung. Die Wissenschaftler raten, Schulen "sobald wie möglich" wieder zu öffnen - angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen.

Die Leopoldina nannte allerdings auch zahlreiche Voraussetzungen, damit das öffentliche Leben wieder normaler ablaufen kann: Die Zahl der Neuinfektionen müsse sich auf niedrigem Niveau stabilisieren. Kliniken bräuchten genug Reserve. Schutzmaßnahmen wie Hygiene, Abstandsregeln und auch das Tragen von Schutzmasken müssten eingehalten werden. Dann könnten Einzelhandel und Gastgewerbe wieder öffnen, Menschen wieder reisen. Für den öffentlichen Personenverkehr empfehlen die Wissenschaftler eine Mundschutzpflicht.

Mehrheit steht zu Kontaktverbot

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. In dieser Woche stehen in Deutschland erste Entscheidungen über eine Lockerung an. Morgen berät Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wird sich erst in 14 Tagen konkret sagen lassen, wie die Infektionskurve über Ostern verlief. In Deutschland wurden bislang mindestens 124 189 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Mindestens 2834 Infizierte starben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben etwa 64 300 Menschen die Infektion überstanden, etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten. Die tatsächliche Zahl dürfte weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche Infektionen, die mild oder ganz ohne Symptome verliefen, gar nicht erfasst wurden. Bei der weltweiten Suche nach einem Corona-Impfstoff zeigt sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen unterdessen optimistisch. Die deutsche Politikerin hofft, dass Ende des Jahres ein Impfstoff entwickelt sein könnte.

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung der Kontaktverbote. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnte in einer TV-Ansprache zu Geduld, Disziplin und Solidarität.

Ostermärsche der anderen Art

Die Organisatoren der traditionellen Ostermärsche für Frieden und Abrüstung haben eine positive Bilanz gezogen - auch wenn in der Corona-Krise in diesem Jahr einiges anders lief als sonst. Das Netzwerk Friedenskooperative teilte mit, statt gemeinsam auf die Straße zu gehen, hätten Menschen sich von zu Hause aus beteiligt - etwa über Botschaften in den Fenstern und auf Balkonen oder über die Website www.ostermarsch.de. dpa

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